Leserbriefe

Werteverluste

05.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Artikel Das Wertesystem verschiebt sich vom 27. Juni. Wenn man Einzelfälle willkürlich zusammenstellt, kann man immer hervorragend Angst machen. Und Angst dient immer den Extremisten und die gibt es sowohl bei den sogenannten Christen wie bei den Fundamentalisten auf der muslimischen Seite. Dr. Ulfkotte übersieht völlig, wie spiegelbildlich die Probleme sind, wenn es um Extremismus und religiös legitimierte Gewalt geht.

Wir, die sogenannte christliche Welt, haben Angst vor den Gewalttaten der Islamisten, die ohne Frage schrecklich sind. Die Muslime sehen ebenso deutlich, was die Christen im Irak anrichten und angerichtet haben und sie verstehen das als Kreuzzug des christlichen Westens, der ja auch so verkauft worden ist. Und wo hat es mehr Verwüstungen und Tote gegeben bei muslimisch begründeten Terrorakten oder im vom Westen verwüsteten Irak?

Der christliche Westen verdammt den Dschihad mit Recht, ohne Frage. Aber wenn der Führer der mächtigsten Macht der Welt einen Kreuzzug ausruft, nehmen wir das achselzuckend zur Kenntnis. Die Kreuzzüge waren ein christlich begründetes Morden von gewaltigem Ausmaß, das die Moslems noch heute schaudern macht zu Recht. Sie werden bei uns nicht verurteilt im Gegenteil.

Wer wissentlich übersieht, dass weder der Islam noch das Christentum im Kern gewalttätig sind, dass es aber unter dem Mantel beider Religionen gewaltbereite Gruppen gibt, die mal mehr, mal weniger Einfluss haben, der hetzt die Religionen aufeinander.

Die Scharia, die es erlaubt, Frauen zu steinigen, ist inakzeptabel ohne Frage. Das sehen sehr viele Moslems genauso. Aber wenn durch den vom Westen propagierten und praktizierten westlichen Kapitalismus, den die übrige Welt durchaus als christlich begreift, weil er vom christlichen Abendland ausgeht, täglich über 1000 Kinder verhungern, so ist der Zusammenhang das eine Mal sehr deutlich sichtbar (Scharia Steinigung), das andere Mal indirekter aber ist das tausendfache Verhungern in der Welt weniger schrecklich?

Und was den Werteverlust angeht, so kann man in der islamischen Welt durchaus einen Verlust der Werte der Barmherzigkeit zugunsten wachsender Härte feststellen. Den Extremisten auf beiden Seiten sollte man entgegentreten und nicht der jeweils anderen Religion.

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe