Leserbriefe

Werktagsgottesdienst mit Abstand anbieten

21.03.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zum Artikel „Unbequem“ vom 17. März. In seinem Kommentar „Unbequem“ vom 16. März schreibt Norbert Wallet: „Warum der Kirchgang verboten ist, ein Restaurantbesuch aber mancherorts geht, ist schwer zu begründen.“ Verboten ist der Kirchgang zwar nicht, denn jeder kann rein, die Türen sind nach wie vor offen, aber man soll laut Regierung und Bischof keine Gottesdienste mehr feiern.

Viele Menschen brauchen in Zeiten wie den gegenwärtigen noch anderen Beistand als die ungewisse Hoffnung aus Notverordnungen. Und in vielen Kirchen sitzt man im Gottesdienst nicht so eng wie im Restaurant mit 1,50 Meter Tischabstand.

In meiner Jugend habe ich Hunderte sogenannter „Stillen Messen“ ministriert, schon ab morgens sechs Uhr. Täglich gab es davon bis zu vier, die ganze Woche durch. Priester am Altar, Ministrant auf den Stufen. In den Bänken vier oder sieben Leute, die allesamt wussten, was da nacheinander am Altar geschieht und die innerlich mitgefeiert und mitgebetet haben, weil sie jedes Gebet und jede Zeichenhandlung in- und auswendig kannten. Sogar auf Lateinisch!

Und so ist es mancherorts noch heute. Die zwölf älteren Leute, die da wochentags in den Gottesdiensten knien, zu denen wir Organisten und Kantoren die Musik beisteuern, die werden nicht von ihren Enkeln infiziert. Die sind nämlich gar nicht da. Da bleibt die Risikogruppe unter sich. Und setzt sich auf Wunsch auch vier Meter auseinander. Weil sie nicht zum Kuscheln mit der Nachbarin gekommen sind, sondern zum Kuscheln mit dem, was sie seit ihrer Kindheit schon hält und wärmt.

Ich empfehle meinen Pfarrern, die Werktagsgottesdienste auf diese Art anzubieten. Das ist gefahrloser als das Schnitzel im Gasthaus bis 17 Uhr. Oder Schlange stehen an den Supermarktkassen. Und die Menschen brauchen das. Sonst geht es uns allen bald wie jenem Rindvieh. Als er es tot im Stall liegen sah, hat der Bauer geflucht: „Jetzt, wo i meira Kuh ’s Fressa abgwöhnt han, da stirbt mir des Luder, des verreckte!“

Leserbriefe

Da fehlen mir die Worte

Jenny Dalchau, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Haare selber schneiden – ohne weinen und ziepen“ vom 26. März. Da muss ich mich doch fragen, ob das jetzt ernst gemeint ist oder einfach nur ein schlechter Witz! Sind wir Friseure (natürlich auch andere Berufsgruppen) nicht schon genug mit den…

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