Leserbriefe

Wer sind denn „die Deutschen“?

20.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Die Aussage zur Statistik stimmt nicht“ vom 13. Oktober. In dem Leserbrief heißt es: „Nach meiner Berechnung greifen somit unsere schutzbedürftigen Asylbewerber/Flüchtlinge 16-mal häufiger als Deutsche zum Messer“. Das zeigt mal wieder, wie herrlich man mit der Statistik Hetze verbreiten kann. Zunächst einmal: wer sind „die Deutschen“? Die Antwort kann doch nur lauten: 80 Millionen Individuen. Und dann: Wer sind „Die Flüchtlinge“? – gut eine Million Individuen – unter denen freilich auch ein paar Übeltäter sind; wie sollte es anders sein, bei den doch recht mäßigen Lebensumständen, in denen sie leben? Täglich geschieht in Deutschland ein Mord – sind „die Deutschen“ gefährliche Mörder?

Extremes Beispiel: Vor Kurzem wurden in Deutschland zwei Chinesinnen ermordet; da titelte eine chinesische Zeitung: „Die Deutschen“ ermorden Touristen; Vorsicht bei Reisen nach Deutschland! Derartige Verallgemeinerungen verwendet nur, wer hetzen will – aufhetzen. Denn natürlich ist das allemal schlichter Unsinn. „Die Deutschen“ haben den größten Krieg aller Zeiten mit 80 Millionen Toten verursacht. Diese Verallgemeinerung lieben die rechten Hetzer eher nicht (ein Muckenschiss!). Mein Vater war sicher nicht an diesem Krieg beteiligt, ihm hatten sie im Ersten Weltkrieg schon ein Bein abgeschossen. Er war zweifellos „einer der Deutschen“. So einfach darf man sich die Sache nicht machen. Zu billig! Was hat es nicht alles schon für unsinnige Verallgemeinerungen gegeben: „die Juden“ – „die Franzosen“ – „die Russen“ – „die Amerikaner“ – „die Griechen“ et cetera. Klar: Im freien Sprachgebrauch kann man solche Verallgemeinerungen schon mal lässig gebrauchen; aber wenn es um Schuldzuweisungen geht, wenn es ernst wird, dann ist das allemal grober Unfug – und ein gefährlicher Unfug! Aber leider zurzeit relativ beliebt in bestimmten Kreisen. Man sollte ihnen das nicht einfach durchgehen lassen. Es ist Gift.

Leserbriefe

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Manfred Reichle, Nürtingen. Zum Artikel „Kompromisse für den Schillerplatz“ vom 8. November. Dass nun ein Baum weniger gefällt werden soll als ursprünglich geplant, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nun sind zwei Bäume so krank, dass man sie fällen muss – (ein Schelm, wer Böses…

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