Leserbriefe

Wer möchte schon bei sich selbst anfangen?

27.09.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Zehn-Punkte-Katalog für Klimaneutralität“ vom 21. September. Ein wichtiges Thema wird meistens vermieden, denn dann geht es ans eigene Fleisch. Dann geht es nicht darum, von anderen, von den Politikern zu fordern, sondern selbst alte Gewohnheiten zu verlassen. Ja, wir sollten uns zuerst einmal an die eigene Zunge fassen.

Jeder von uns könnte sofort damit beginnen, seinerseits den eigentlichen Grund für die Brandrodungen und die Vernichtung des Regenwaldes in Südamerika zu beseitigen und den CO2-Ausstoß drastisch zu verringern und vieles mehr. Ein jeder braucht nur ab sofort seinen Verzehr von Fleischerzeugnissen und Milchprodukten drastisch zu reduzieren (Fleisch am besten auf eine Portion pro Woche). Dann hat niemand mehr Interesse an der Ausweitung von Weideflächen und dem Anbau von Gen-Soja und Gen-Mais für Futterzwecke in irrsinnigem Ausmaß. Der Regenwald könnte gerettet werden und das muss ganz klar sein: nur so.

Der Verbraucher kann auch Einfluss auf den Einsatz von Palmöl in Kosmetika und Lebensmitteln nehmen, indem er beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achtet. Wenn aber die Raupe Mensch mit ihrer Gefräßigkeit den Planeten weiterhin gierig kahl frisst, wird uns sehr bald die Luft zum Atmen knapp, der Hunger auf der Welt richtig katastrophal, das Klima nicht mehr zu retten sein.

Die meisten von uns sind sich einig, dass etwas gegen die Umweltverschmutzung, gegen die Klimaerwärmung und mehr für den Tierschutz getan werden muss. Aber die wenigstens sind bereit, bei sich selbst anzufangen. Kein Bereich wirkt so umweltschädlich wie der Fleisch- und Milchkonsum. Für den wird im Vergleich zu einer pflanzenbasierten Ernährung die vielfache Agrarfläche benötigt, den höchsten Wasserverbrauch, die meisten Pestizide, den größten Teil an Düngemittel. Er führt zur Wasserverunreinigung durch Gülle, den Transporten aus Übersee für die Futtermittel, zu großer Menge an Energie für Aufzucht, Heizung, Kühlung und Maschinerie, zu weiteren Transporten, zu Tier-Antibiotika und so weiter. Dann die ganze Industrie für Fleisch- und Milchweiterverarbeitung. Die Maschinen für die ganze aufwändige tierhaltende Landwirtschaft. Die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter in den Fleischbetrieben et cetera. Und ganz besonders schlimm ist der absolut gewissenlose Umgang mit den „Nutztieren.“ Eine Riesenschande für die Menschheit.

Leserbriefe

Wasen-Pläne noch mal genau überdenken

Anke Gottschling, Nürtingen. Zum Artikel „OB legt sich für die Wasen-Pläne ins Zeug“ vom 28. November. Ich und meine zwei Kinder wohnen sehr gerne in Nürtingen am Neckar. Mit Erschrecken habe ich kurz vor der Sitzung am 26. November im Rathaus und dann auch dort von den Plänen für den Wasen…

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