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Weniger Stellplätze für Wohnmobile

27.03.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Werner Boenke, Beuren, Sprecher der Bürgerinitiative in Beuren/Balzholz. Zum Artikel „Wolf löste Versprechen ein“ vom 9. März. Tourismus im Land. Natürlich. Umweltschonend! Manche Beurener jubeln über den weiteren Zuschuss aus dem Tourismusinfrastruktur-Programm – andere fürchten sich vor seinen Folgen. Am 8. März übergab Tourismusminister Guido Wolf dem Bürgermeister von Beuren einen Förderbescheid über 200 000 Euro. Damit will das Land den Bau eines großen Premium-Wohnmobilstellplatzes für 64 Fahrzeuge unterstützen. Die Befürworter des Womo-Stellplatzes buchen das als Erfolg. Die Kritiker des Vorhabens erschreckt diese Nachricht.

Die Kosten für den Bau des Stellplatzes liegen aktuell bei knapp 1,7 Millionen Euro. Da sind also 1,5 Millionen Euro übrig, welche die Gemeinde selbst zu tragen hat. In der Bürgerversammlung am 24. Januar wurde der Bürgermeister gefragt, ob dem Gemeindehaushalt nach dieser Investition noch Gelder zur Verfügung stünden, um zum Beispiel die belastende Parksituation mit damit einhergehender Gefährdung der Fußgänger rund um die Panoramatherme zu lösen. Die Antwort darauf lautete: Nein, dafür wäre dann kein Geld mehr vorhanden, das müsste erst wieder angespart werden.

Der Bau des Wohnmobilstellplatzes lockt noch mehr Verkehr an, versiegelt wertvolle Streuobstwiesen und schiebt die bestehenden Probleme der Gemeinde auf die lange Bank. Die Befürworter verweisen auf die Vorteile eines Premium-Wohnmobilstellplatzes: Er bringe dringend benötigte Kunden für das Thermalbad und stets zahlungskräftige Kunden, die mit ihrem Geld fleißig die Gastwirtschaften und Geschäfte im Ort besuchten und zum Florieren brächten. Die Befürworter sind sich sicher, dass sich der Stellplatz – eine 60-prozentige Auslastung vorausgesetzt – innerhalb von zehn Jahren amortisiert habe.

Die Kritiker überlegen, wie sich das Vorhaben auf den Klimawandel und auf die nicht erneuerbaren Ressourcen für nachfolgende Generationen auswirkt. Sie befürchten eine herbe Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und damit eine Schädigung der touristischen Pfründe von Beuren. Der Kurortentwicklungsplan weist eindringlich auf den nachhaltigen und sensiblen Umgang mit dem Ortsrand- und Landschaftsbild hin; im Fall des Wohnmobilstellplatzes scheint dieser Aspekt unbedeutend zu sein.

Es kann beiden geholfen werden – sowohl dem Befürworter als auch dem Kritiker –, wenn der Wohnmobilstellplatz nur 24 Wohnmobilen Platz bietet und damit dem Landschaftsbild und dem Naturhaushalt nur begrenzt schadet. Gleichzeitig könnte die Gemeinde viele hunderttausende Euro einsparen, die sie besser für die Beseitigung der belastenden Parksituation investiert.

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Demonstranten ohne Maske geht gar nicht

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