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Wenig Interesse an Messe in Erfurt

11.11.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Jürgen Gittel, Nürtingen. Ich war die letzten beiden Tage als Aussteller auf der pro.vention in Erfurt – einer Fachmesse und Konferenz zum Infektionsschutz unter besonderer Berücksichtigung von Mitteln und Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie. Es war etwas überraschend, zu erleben, dass das Thema Infektionsprävention kaum Resonanz findet und sich nur wenige Fachbesucher in die (mit vorbildlichen Hygienemaßnahmen abgesicherten) Messehallen verirrten. Offensichtlich zielt das politische Interesse außerhalb Thüringens eher darauf ab, Verbote zu verschärfen und zu verlängern. Oder war es eher der langsam heraufziehende Bundestagswahlkampf 2021, in dem dem Linken-Politiker Ramelow (der sich für die Organisation und Durchführung der Messe auch sehr stark persönlich eingesetzt hat) keinerlei Plattform zur Profilierung gegeben werden sollte.

Noch erstaunlicher aber war die Rolle der Medien. Abgesehen davon, dass schon im Vorfeld die Presseinformationen der Messe ignoriert wurden, gab es auch abgesehen von der Erfurter Regionalpresse und einem knapp zweiminütigen Beitrag bei n-tv praktisch keine Berichterstattung. Sind Verbote wirklich besser als Prävention? Sind unsere Medien im Osten von der Politik schon so gleichgeschaltet, dass sie würdige Nachfolger von Völkischem Beobachter und Neuem Deutschland sind? Sollten wir nicht endlich damit anfangen, den technischen Fortschritt seit den Pestepidemien des Spätmittelalters zu nutzen, statt ausschließlich auf die seit Jahrhunderten bewährten Kontaktverbotsregeln zu setzen?

Bemerkenswert war auch der etwas fassungslose Bericht eines anderen Ausstellers über den Besuch eines Behördenleiters und seine Fragen zu einem sehr großen, leistungsfähigen, aber auch teuren Raumluftreiniger. Auf die Rückfrage, ob das Gerät nicht etwas zu groß und sperrig für einen Schulraum wäre, kam die offenherzige Antwort, dass diese Geräte nur in „der oberen Etage“ der Behörde installiert werden sollen. Sind wir wirklich auf dem Weg zurück ins feudalstaatliche Mittelalter und brauchen eine neue bürgerliche Revolution?

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