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Wen mag man lieber?

31.03.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel Da flogen auch mal die Fäuste über den Tisch vom 27. März. Im Werk so mancher Berühmter finden sich Nürtinger Fußspuren. Nicht alle lieblich, wie des Vogels Tritt bei Mörike. Manche reden vom Scheißkaff, in dem sie keine Luft bekommen. Die überfällige Würdigung der Nürtinger Monate des Literaten Nicolas Born wirft mir deswegen auch Fragen auf. Die Bornsche Website schreibt Schwäbische Alp mit p statt b. Auch Schwanzwald für Schwarzwald ist eher na ja. Und sollte ein linker Intellektueller nicht wissen, was ihn erwartet, wenn er leibhaftig aufs Land übersiedelt? Die 68er-Zeit ist definitiv vorbei. Ihre Protagonisten sind in bald 40 Jahren zum Bourgeois gereift und lassen sich als Legenden bei Verlagen, Vernissagen und Talkshows durchreichen. Ob Nicolas Born, der bei seiner Geburt im Jahre 1937 noch Klaus-Jürgen hieß, in der Rolle eines in die Jahre gekommenen Angepassten vorstellbar ist, bleibt Spekulation. 1968, in Nürtingen, gehörte er schon zu jenen über dreißig, denen man angeblich nicht trauen durfte, wie es hieß. Der Literat Jan Weiler, Jahrgang 1967, weilte am 13. Oktober 2005 in Nürtingen, einer Lesung in Kirchheim wegen. Im hiesigen Schlossberghotel notierte er für seinen Lesereise-Bericht (In meinem kleinen Land): . . . Nürtingen, die Heimatstadt von Harald Schmidt. Dies ist dann auch schon die markanteste Nachricht aus diesem Ort. Was macht man denn einen ganzen Tag in Nürtingen? Ist doch klar: nach Metzingen fahren . . ..

Ich frage nun die neuen Tourismus-Ankurbler im Rathaus: Wann wird Jan Weiler zu einem Tribunal zitiert? Denn so gehts ja nicht. Oder sind uns die auswärtigen Spötter lieber als die hiesigen Mahner und Macher, die man eher ins Eck stellt? Diese lieben ihre Stadt. Jene nicht mehr. Dafür sind jene berühmt. Man kann sich in ihrem Glanze sonnen, auch wenn sie einem ans Bein pinkeln. Oder lernen wir lieber von Kusel, immerhin der Stadt Fritz Wunderlichs. Der hat sich bei ihr für seinen Missgriff son Kaff in der Pfalz mit einem wunderschönen Lied entschuldigt. Und die Sozialdemokraten der Stadt haben öffentlich eine Tafel aufgehängt: In dieser Bürgerresidenz weilten am 5. Sep. 1788 weder J. Wolfgang v. Goethe noch Friedrich v. Schiller. Wäre auch was für uns, diese Methode, und eine Fundgrube für das Stadtmuseum. Denn das Lexikon ist voll von Leuten, die noch nie hier waren, aber auch nicht aller Welt erzählen, warum es besser ist, hier nicht zu sein.

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Kein Verständnis für Schließungen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zehn Quadratmeter also. Drei auf drei, um den einzelnen Supermarktkunden herum. Macht drei Meter Abstand zum nächsten. Vielleicht machbar, aber kaum zu kontrollieren. Und im Falle von Unterschreitung oder Weigerung kaum zu ahnden, weil es nicht strafbewehrt…

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