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Was macht eine Stadt attraktiv?

30.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Achim Fischer, Nürtingen. Zum Artikel „Frust und Enttäuschung beim Forum“ vom 28. Juli. „Von Bürgerbeteiligung reden – ‚par ordre du mufti‘ leben“ wäre die passendere Überschrift des Artikels. OB Heirich wurde nicht müde zu betonen, dass man wohl kaum eine andere Stadt finde, die Bürgerbeteiligung so stark praktiziere wie Nürtingen. Nun, wenn für den OB der Weg das Ziel war, so mag er wohl recht haben, sollte aber das Ergebnis der Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt der Bemühungen gestanden haben, so muss man leider sagen: „Thema verfehlt, setzen, sechs!“

Und das gilt leider auch für den größten Teil des Gemeinderats. Die Behauptung, man habe mit der 80-Prozent-Bebauung einen „tragbaren Kompromiss“ gefunden, ist eine Ohrfeige für jeden engagierten Bürger Nürtingens. Dass es sich dabei nicht um 80 Prozent der Fläche, sondern um 80 Prozent des Bauvolumens – bei 95 Prozent verbauter Fläche – handelt, wird geflissentlich verschwiegen!

Das Ergebnis 40 bis 70 Prozent aus den Runden Tischen war bereits ein Kompromiss, ausgehend von ursprünglich geforderten 30 Prozent und bezog sich ausschließlich auf die Fläche! Dieser kleine, aber feine Unterschied zeigt schon den Mangel an Respekt, welcher der Nürtinger Bürgerschaft und den Kompromissen des Runden Tisches entgegengebracht wird. Kompromiss sollte eigentlich „Ausgleich durch beiderseitiges Nachgeben“ bedeuten.

Wo dieser Ausgleich bei der jetzigen Lösung zu finden sein soll, erschließt sich wohl ausschließlich den Befürwortern der 95-Prozent-Lösung. Die oberste Maxime der Verwaltung, ein ehemals bebautes Gebiet um jeden Preis zwanghaft wieder bebauen zu müssen und dies auch noch als ökologisch vorbildlich zu verkaufen, auch wenn sich das Gebiet weitaus bürgerfreundlicher, ökologischer und für Nürtingen langfristig gewinnbringender nutzen ließe, scheint in anderen Städten eigenartigerweise keine Rolle zu spielen.

Wie sonst ließe sich erklären, dass in Kirchheim/Teck ein Bürgerpark geplant wird, und zwar mitten in der Stadt! Und, man mag es kaum glauben, auf einem Areal, auf dem jetzt noch ein Schulgebäude steht. Möglicherweise ist eine Erklärung dafür, dass die Kirchheimer Verwaltung die Bedürfnisse ihrer Bürger mehr respektiert und verstanden hat, was eigentlich die Attraktivität einer Stadt ausmacht.

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