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Leserbriefe

Warum immer nur Kritik und Klagen?

11.01.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen.

Natürlich gibt es Missstände in Deutschland, keine Welt ist ohne Mängel. Und natürlich muss man sie benennen und auf Verbesserungen drängen. Klar. Aber gehören wirklich alle, die da klagen und jammern, zu den Betroffenen? Oder wollen sie ganz etwas anderes? Warum nimmt niemand die Vielen in den Blick, die auf der Gewinnerseite leben? Ging es Deutschland im Ganzen je besser als uns heute? Warum wird das soziale Problem immer nur bei den Schwachen gesehen? Die Einkommensverteilung ist ungerecht, das lässt sich nicht leugnen. Warum interessiert niemand die obere Seite? Unsere Straßen sind verstopft, sowohl mit fahrenden wie mit parkenden Autos. Nahezu jeder Erwachsene hat in Deutschland ein eigenes Auto. Und oft sind es die großen Karossen. „Armes Deutschland!“ – ist das Realität?

Warum nur interessiert sich die Öffentlichkeit nicht auch für die andere, doch wohl die größere Hälfte der deutschen Bevölkerung? Da ist doch offensichtlich das Geld, das unten fehlt – aber man schreit nur nach dem Staat, den man im Großen wie im Kleinen (MWST.) hintergeht.

Die Gehälter werden wieder und wieder prozentual erhöht; gerecht? Die Gutverdiener bekommen viel, die anderen wenig. Das kümmert anscheinend niemand. Von den exorbitanten Gehältern der Oberschicht, da spricht auch niemand. Kein Thema! Warum wohl? Stattdessen sucht und benennt man Menschengruppen, denen es – beispielhaft für ganz Deutschland – ach, so schlecht geht.

Macht sich mal jemand klar, was das bezwecken soll? Mir fällt kein anderer Zweck ein, als allgemeine Verunsicherung. Denn es ist doch einsichtig, dass ein Staat nicht alle Mängel beheben kann. Und: Ablenkung. Und ganz gerecht – da sollten wir uns nichts vormachen – wird es nie sein auf dieser Erde. Schon gar nicht, solange die Wohlbestallten – und damit meine ich die Mehrzahl der Bevölkerung – nur auf ihren eigenen Vorteil sieht. Und: Unzufriedenheit schafft nirgends Gerechtigkeit. Im Gegenteil, sie schafft Gewaltbereitschaft; und was schafft die? Nichts als hörige Extremisten. Die versprechen zwar alles, aber in der Realität haben sie noch nirgends etwas anderes geschaffen als unterdrückerische Regime. Weiß jemand ein Gegenbeispiel? Deutschland unter NS-Herrschaft? Russland heute? China heute? Die arabischen Staaten?

Vielleicht sollten wir – bei aller berechtigter Kritik – froh, ja stolz auf unseren heutigen deutschen Staat sein; er steht weltweit – trotz mancher Mängel - gut da. Wer von paradiesischen Zuständen – „alles ist gut“ – träumt, der sollte ein „Träumer“ heißen – und den Mund halten.

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