Leserbriefe

„Wahlkampf wird nur eine Farce“

05.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Kopfschütteln über Steinbrück“ vom 31. Dezember. Noch nie in der Geschichte unseres Landes ist ein Kanzlerkandidat derart auf Nummer sicher gegangen, was seine Nichtwahl betrifft, wie Peer Steinbrück in den letzten Monaten mit seinem geldgierigen Verhalten.

Zwangsläufig fragt man sich nach seinen Motiven. Ich komme dabei immer auf das Motiv der Machtsicherung.

Steinbrück möchte wohl sichergehen, dass nur die großen „Volksparteien“ auch in der Zukunft allein über das Wohl und Wehe des deutschen Volkes bestimmen dürfen. Denn durch seine bewusst herbeigeführte Schwächung seiner Partei läuft die kommende Wahlshow mal wieder auf eine Große Koalition hinaus.

Wie einig sich die großen Parteien bei gemeinsamen Interessen wie Diätenerhöhung und Parteienfinanzierung sind, haben sie schon bei der letzten Auflage von 2005 bis 2009 mehr als deutlich gezeigt.

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist auch immer schon die Geschichte der Okkupation sämtlicher Verfassungsorgane durch die Parteien gewesen.

Anstatt sich an den Auftrag des Grundgesetzes zu halten, wurden den Bürgern über die Jahre eine Parteienverfassung oktroyiert, die auf der Welt ihresgleichen sucht.

Der Souverän, das Volk also, hat heute weder die Chance, seine Abgeordneten direkt zu wählen, noch diese von den Parteien durch Listenplätze festgelegten Parteisoldaten dann wirksam zu kontrollieren.

Wer mir nicht glaubt, darf gerne mal versuchen, einen Abgeordneten abzuwählen.

Betrachtet man alle diese Umstände, so wäre Peer Steinbrück zumindest die ehrlichere Variante als die so bescheiden auftretende Angela Merkel.

Ich bin im neuen Jahr auf jeden Fall gespannt, wie viele Wähler sich wieder von der im „Wahlkampf“ vorgespielten Demokratiefarce animieren lassen und ihr Kreuz brav bei diesen Demokratievortäuschern machen werden.

Mein Kreuz wird jedenfalls vorerst für Volks- beziehungsweise Bürgerentscheide aufgespart, damit ich zumindest wieder das Gefühl bekomme, ein Teil der Demokratie zu sein.

Leserbriefe