Leserbriefe

Vorsicht bei Ökostrom und Biogas

01.04.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Härer, Aichtal, Bündnis 90/Die Grünen. Zum Artikel „Ökostrom und Biogas in Unterensingen“ vom 26. März. Da freute ich mich zu früh, als ich die Überschrift las. Unterensingen hatte im Gemeinderat beschlossen, sich an der Bündelausschreibung für Ökostrom ohne die sogenannte Neuanlagenquote zu beteiligen. Dies heißt, Unterensingen ist bereit, etwas mehr für seinen Strombezug zu zahlen, und bemerkt dabei nicht, dass es überhaupt keinen ökologischen Nutzen hat. Denn nur Ökostrom aus neuen Anlagen, die nicht älter als ein paar Jahre sind, bringen ökologischen Nutzen. Die EnBW oder wer auch immer beliefern den Strom aus zum Beispiel alten Wasseranlagen schon immer an Kunden, teilweise sind die Kraftwerke schon 100 Jahre alt. Bildlich gesehen bedeutet dies nun, dass die bisherigen Haushalte, die den Strom erhalten haben, nun Energie aus „Egalstrom“ beziehen, das heißt zum Beispiel aus Atom- oder Kohlekraftwerken. Also ist das nur „greenwashing“ oder, anders gesagt, solch ein Strombezieher hängt sich lediglich ein grünes Mäntelchen um.

Aus dieser Überzeugung heraus findet auch die Ökostromkampagne des grünen Kreisverbandes statt. Denn es gibt nur vier echte Ökostromanbieter in Deutschland sowie einige ausgesuchte Stadtwerke, die sich vermehrt um ökologische Stromerzeugung selbst bemühen. Gerne gibt es hierzu kostenlose Beratung unter Telefon (0 71 27) 5 04 51. Auch beim Thema Biogas muss man kritisch sein. Die Gemeinde Unterensingen will sich informieren, ob sie Biogas erhalten kann. „Echtes“ Biogas gibt es noch sehr wenig, es könnte also nur ein wenig beigemischt werden. Wenn Biogas aus Palmöl (Zerstörung von Regenwäldern in Entwicklungsländern!), aus Massentierhaltung oder zum Beispiel rein aus Monokulturen von Maisflächen (viel künstliche Düngung und chemische Schädlingsbekämpfung) gewonnen wird, ist die ökologische Bilanz sehr schlecht. Zugegeben: die Themen Ökostrom und Biogas sind nicht einfach, aber bei jeder Beratung einer Gemeinde (oder auch des Einzelverbrauchers) ist immer Vorsicht geboten.

Leserbriefe

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