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Von verweigerter und geleisteter Hilfe

04.07.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Renate Rothweiler, Nürtingen. Ich möchte kurz eine Begebenheit vom Samstag schildern: Ich war mit meinem Fahrrad zur Mittagszeit im Inneren Bogen unterwegs. Eine betrunkene Frau torkelte auf der Straße, und ich habe einen Fahrradfahrer, der diese Frau gesehen hat, um Hilfe gebeten, was man tun kann. Er meinte, dass er die ganze Woche gearbeitet und jetzt Freizeit hat und keine Lust habe, sich mit einer Betrunkenen abzugeben.

Nach einer Weile sah ich, dass die Frau gestürzt war und im Graben neben der Straße lag. Ich wartete eine Weile, um zu sehen, ob sie aufstehen kann, aber es geschah nichts. Nun ging ich den Weg zurück, um ihr zu helfen. Auf dem Weg kam mir eine junge Frau, auch mit Fahrrad, entgegen, und ich bat sie, mir zu helfen, da ich auch nicht so recht wusste, was zu tun ist. Polizei? Rettungswagen?

Die Frau war ansprechbar und wir fragten, wo wir sie hinbringen sollten oder ob sie jemand abholen könne. Die Frau, Polin, sprach sehr schlecht deutsch, aber wir schafften es dann über ihr Handy, einen Bekannten zu alarmieren und führten die Frau gemeinsam bis zu den „Drei Linden“, wo wir auf der Bank auf den Bekannten warteten. Er kam dann auch mit dem Auto, und alles hatte einen hoffentlich guten Ausgang.

Ich weiß nicht, ob diese Geschichte es wert ist, in der Zeitung zu kommen, aber es hat mich doch sehr geschockt, dass ein Mensch so egoistisch sein kann und seine Hilfe verweigert. Die Frau hätte ja auch unter einem Unterzuckerschock stehen können, wo meines Wissens die Symptome ähnlich sind.

Ich möchte mich auf jeden Fall nochmals ganz herzlich bei der jungen Frau bedanken, die sofort geholfen hat, ohne daran zu denken, dass dies von ihrer Freizeit weggeht und wir eventuell auch in unangenehme Situationen hätten kommen können.

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