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Von Liebe, Rechten, Pflichten und Ehe

21.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Von Schloss und Schlüssel“ vom 13. Juni. Mein eigenes Leben führte dazu, dass ich mich nun seit gut zehn Jahren verstärkt mit den Rechten von Lesben, Schwulen und Transgendern auseinandersetzen darf und muss. In der Zwischenzeit wurde der Kampf für gleiche Rechte zu einem wesentlichen Bestandteil meiner politischen Arbeit. So darf es nicht verwundern, wenn ich auf diesen Leserbrief in meiner Heimatzeitung reagiere.

Auf die völlig abstruse These von Schloss und Schlüssel will ich hier nicht weiter eingehen, was ich dazu schreiben müsste, ist sicher nicht druckfähig. Die Behauptung, dass alle Kinder auf natürlichem Wege in eine Ehe hineingeboren werden, benötigt allerdings eine genauere Betrachtung.

Sehen wir uns doch an, welche Kinder und deren Eltern hier außer den Kindern in Regenbogenfamilien durch eine solche Aussage diskriminiert werden. Hier wären die ungewollt kinderlos gebliebenen Heteropaare, die sich für die Adoption eines Kindes entschieden haben und ihm liebevolle Eltern sind. Dort sind die Kinder, deren Eltern sich nach Scheidungen zu neuen Patchworkfamilien finden. Die Frau, die sich ganz bewusst dafür entschieden hat, ihr Kind allein zu erziehen.

Und dann gibt es eben noch die Menschen, ob Mann oder Frau, die aus verschiedenen Gründen alleinerziehend wurden. Kein wirklich seriöser Kinderpsychologe wird diese Familienformen als ungeeignet ansehen. Auch das Jugendamt, das von staatlicher Seite über das Kindeswohl verantwortlich ist, wird eingreifen, in den Fällen von Adoption oder von Pflegefamilien hat es ja ohnehin Mitspracherecht.

Im Weiteren, und auch hier muss ich dem Leserbriefschreiber widersprechen, ist Gleiches eben doch gleich. Lesbische und schwule Menschen, die füreinander aus Liebe Verantwortung übernehmen und diese Liebe einem gemeinsamen Kind schenken, unterscheiden sich in keiner Weise von Heterosexuellen. Unter dieser Maßgabe hat das Verfassungsgericht nun schon mehrfach zu Gunsten von Homosexuellen entschieden.

Daher wäre es nur logisch, wenn sich alle im Bundestag vertretenen Parteien dazu entschlössen, das Paralellkonstrukt eingetragene Lebenspartnerschaft abzuschaffen. Gleiche Liebe, gleiche Pflichten, gleiche Rechte – eine Ehe!

Leserbriefe

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