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"Von Journalist verhöhnt"

11.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Kommentar Enttäuschtvom 7. März. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, sagt der Volksmund. Der Rentner, der sich über eine Rentenerhöhung von 0,5 Prozent nicht so recht freuen kann, muss sich dazu noch auf Seite 1 seiner Heimatzeitung von Markus Grabitz verhöhnen lassen.

Dieser Journalist belehrt seine Leser, mehr Rentenerhöhung sei nicht möglich man müsse halt den Gürtel enger schnallen!

Als ob die Rentner in den letzten Jahren so bedeutende Rentenerhöhungen erhalten hätten, dass sie davon fett geworden wären. Nach jüngsten Erhebungen des VdK sind drei Millionen Rentner von Armut bedroht!

Grabitz freut sich, dass Renten nicht direkt vom Staat festgesetzt werden können, sonst, so befürchtet er, würde der Staat auch dort noch die Spendierhosen anziehen.

Er suggeriert hier das Bild eines überversorgenden Sozialstaates, der keine Gelegenheit auslässt, um dem Bürger Wohltaten zukommen zu lassen. Damit erweist er sich als Gefangener einer neoliberalen Ideologie, die von Lohnabhängigen und Rentnern stets Verzicht fordert, während die Bezieher von Einkünften aus Kapitalvermögen sich tatsächlich über einen Aufschwung freuen konnten.

Markus Grabitz hat insofern recht, als der Staat direkt die Höhe der Löhne und in deren Gefolge auch die Höhe der Renten nicht beeinflussen kann. Deutschland ist, was den Zuwachs der Reallöhne betrifft, das Schlusslicht in der EU! Deshalb ist die Forderung berechtigt, dass der Staat gesetzliche Mindestlöhne einführt, durch die die Löhne nach unten gedeckelt werden.

Lohndumping findet heute auch statt durch Leiharbeit; auch hier kann durch gesetzliche Regelungen entgegengewirkt werden. Ein Staat, der tatsächlich höhere Löhne und damit auch höhere Renten ermöglichen will, kann dies tun, sofern bei den Regierungsparteien der politische Wille hierzu vorhanden ist.

Diese Parteien brauchen sich daher nicht zum Beispiel über die gegenwärtigen Erfolge der Linken zu wundern, die den Lohnabhängigen und Rentnern nicht Verzicht predigt, sondern vorschlägt, durch gesetzliche Maßnahmen das Lohn- und Rentenniveau anzuheben und damit auch die chronisch schwächelnde Inlandskonjunktur zu beleben.

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