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Leserbriefe

Von der Realität entfernt

03.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Urban, Nürtingen. Zum Tagesthema „Abserviert“ vom 31. März. Chefredakteur Hartmut Grote entfernt sich meilenweit von den Realitäten und Notwendigkeiten, wenn er das „Wirken“ von Hartmut Mehdorn ausdrücklich würdigt und sich gleichzeitig weniger politischen Einfluss bei der Bahn wünscht. Was mögen zu derlei kritiklosen Lobenshymnen wohl all die „freigesetzten“ ehemaligen Bahnbediensteten sagen, die der systematischen „Verschlankung“ des Konzerns zum Opfer fielen, weil sich ihr oberster Dienstherr in all den Jahren als „Big Player“ gebärdete und ein Kostensenkungsprogramm an das andere reihte, um private Investoren anzulocken?

Die Amtszeit des so Hochgelobten brachte unter anderem eine deutliche Verschlechterung des Services für die Kunden, die Streichung von Strecken, eine systematische Ausdünnung der Fahrpläne, „Sparmaßnahmen“ bei der Wartung von Gleisanlagen und Zügen sowie massive und absolut ungerechtfertigte Preiserhöhungen, unter denen vor allem all die treuen Kunden, die im Berufsverkehr Tag für Tag auf ein intaktes Beförderungssystem dringend angewiesen sind, ganz besonders zu leiden hatten und wohl auch noch künftig weiter leiden werden.

All dies ficht „Topmanager“ Mehdorn natürlich nicht an. Als Egomane sieht er nur sich selbst. Einzig die Tatsache, dass führende Vertreter der Berliner Koalition, hier insbesondere unsere Kanzlerin, sich so nach und nach von ihm distanzierten, brachte ihn nun dazu, zurückzutreten. Die Privatisierung der Bahn passt derzeit einfach nicht ins Konzept. Und so ist er als Musterbeispiel eines „Leistungsträgers“ und führenden Vertreters der Globalisierung einfach nicht mehr vermittelbar. Das Ansehen der Bahn war vermutlich noch nie so schlecht wie heute. Mehdorn hat sich in der Vergangenheit viel zu wenig um seinen eigentlichen, verkehrspolitischen Auftrag hier in Deutschland gekümmert, und so werden all seine Fehlentscheidungen während seiner Amtszeit den deutschen Steuerzahler noch viel, viel Geld kosten.

Leserbriefe

Die Kosten des Afghanistan-Einsatzes

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