Leserbriefe

Von den Gebäuden war nie die Rede

12.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Bebauungsplan Wörth gefährdet?“ vom 8. Januar. Nicht gutgläubig, sondern kritisch sollt ihr sein! Das hat man mir in den 50er-Jahren gesagt: die Lehrer am Nürtinger Gymnasium, die Pfarrer in der katholischen Jugend. Ihr sollt aber trotzdem nicht misstrauisch durchs Leben gehen, hieß es weiter. Das habe ich mir bewahrt, auch als Mitglied des Gemeinderats. Ich glaube erst einmal, was mir einer sagt, und gehe davon aus, dass es gut gemeint ist und zutreffend und richtig. Sonst müsste ich ja ständig damit rechnen, das Wohl der Stadt sei nicht oberste Richtschnur der Kommunalpolitik, im Rathaus, im Gemeinderat, bei mir. Deswegen habe ich auch an den Darstellungen der Bauplanung auf dem Wörthareal nie gezweifelt. Ich befürworte sie zwar nicht in dieser Art, gehe aber von dem aus, was gezeigt wird: „Wysiwig“, also „What you see is what you get“, ein Qualitätslevel von PC-Grafiken.

Die Fotomontagen mit den geplanten Neckarvillen haben nie anderes als eine weiße Front von mehrstöckigen Häusern gezeigt, die ohne Lücke, schön nebeneinander, gleich am Neckarufer stehen. Zwei Altbauten indessen, konkret vorhanden und mitten dazwischen, sogenannte Bestandshäuser, die das Projekt in zwei Hälften schneiden, hab ich auf diesen Darstellungen nie wahrgenommen. Bin ich auf den Augen gesessen? Und nur ich? Ausschließen darf ich das nicht mehr. Man wird eben älter.

Heute nun heißt es, die Existenz der beiden Gebäude zwischen Wörthstraße und Neckarpromenade sei nie in Frage gestellt gewesen, weder bei der Stadtverwaltung, noch beim Bauherrn, auch nicht beim Architekten. Warum war dann davon bisher praktisch nie die Rede? Auch nicht, als die neuen Richtlinien zum Hochwasserschutz eine Umplanung erforderten, wonach die Neubauten höher gesetzt werden mussten als diese Bestandshäuser? Oder sollte es mit denen so gehen, wie es mir schon mein Urgroßvater, Schneidermeister Heinrich Thumm aus der nahen Hundsgass, gesagt hatte: Des gibt sich beim Bügla ond wenn d’ Knöpf nakommet.

Leserbriefe

Den Abwärtstrend selbst verursacht

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Artikel „SPD auch mit Scholz und Nahles im roten Bereich“ vom 19. Mai. Der Abwärtstrend der SPD mag bedauerlich sein, auch wenn jemand nicht unbedingt Anhänger dieser Partei ist. In einem Leserbrief vor einigen Monaten hatte ich schon vor diesem…

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