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Vom Kostendeckel erschlagen?

01.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Nürtingen. Zum Artikel „Bahn rechnet mit steigenden Baukosten“ vom 25. Februar. Der Artikel ist keine Überraschung, denn schon lange ist klar, dass der von Grün-Rot beschworene Kostendeckel ins Unendliche davonfliegt. Die Ausstiegskosten von 1,5 Milliarden, die den Betrug bei der Pseudo-Volksabstimmung begleitet haben, sind „Peanuts“ – gemessen an den wahren Kosten der Zerstörung in Stuttgart, die unaufhaltsam weitergeht. Geschaffen aber wurde dafür noch gar nichts.

Die Zweifel an einer Fertigstellung von S 21 in zehn oder 15 Jahren wachsen ständig, weil immer wieder wichtige Teile fehlen. Der Abschnitt Flughafen-Filder ist nach 15 Jahren ergebnisloser Planungsversuche erneut für Monate verschoben worden – mit dem Vorwand, einen völlig unverbindlichen „Filder-Dialog“ zu führen. Der wichtigste Bauabschnitt allerdings, ohne den S 21 nie gebaut werden kann, benötigt nicht einmal ein „Baurecht“, ist voll finanziert und in seiner Leistungsfähigkeit seit Jahrzehnten ohne jeden Stresstest bestätigt: der Hauptbahnhof Stuttgart, neuerdings besser bekannt als denkmalgeschützter Bonatzbau und Kopfbahnhof.

Der Kopfbahnhof wird oben bleiben und den gesamten Bahnverkehr bewältigen bis zur unwahrscheinlichen Fertigstellung von S 21. Bestimmt 15 Jahre lang werden täglich 120 000 Fahrgäste die Züge nur mit Behelfsstegen über die 100 Meter breite Tunnel-Grube erreichen, 2400 Lastwagen täglich fahren Tunnelschutt und 437 000 Rammschläge erschüttern die Innenstadt, wenn die 3500 Betonpfähle eingeschlagen werden. Vernichtet bleiben Nord- und Südflügel und die Bäume im Park, bis spätestens bei der Aufstellung des ersten Fahrplans für die acht Gleise im Tunnel festgestellt wird, dass nur 30 Züge fahren können.

Alle warten jetzt ab, bis sie vom wegfliegenden Kostendeckel erschlagen werden. S 21 hat jetzt schon zu viel gekostet, auch das Vertrauen in einen grünen Ministerpräsidenten. Jetzt muss Schluss gemacht werden, sonst sind viele Milliarden die nutzlosen „Kosten bis zum Ausstieg“.

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