Leserbriefe

Vom hohen Roß herabsteigen

05.10.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Monika Stoitzner, Nürtingen. Zum Leitartikel: „Die heilige Greta von den Klimazielen“ vom 26. September. Es gibt Menschen, da hat man den Eindruck, dass sie nur mit Häme und Spott über andere herziehen können.

Da hat sich ein junges Mädchen Gedanken gemacht, über unsere Erde, den Klimawandel, die Erderwärmung, die Folgen der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, über unsere „Nach mir die Sinflut-Mentalität“. Seit Jahrzehnten, Jahrhunderten leben wir von dem, was die Erde in einem unendlichen langen Zeitraum an Schätzen angesammelt hat. Kohle, Öl, Erdgas, Uran, seltene Erden werden verbraucht, obwohl wir wissen, dass diese Vorräte endlich sind. Die Energie aus Sonne, Wind und Wasser dagegen wird nur zögerlich gefördert und als spinnerte grüne Geschichte abgetan.

Wir brauchen als Menschen unsere Erde. Sie ist bis jetzt einmalig im Universum. Aber: Die Erde braucht uns nicht! Wir sollten von unserem hohen Ross herabsteigen. Abwarten, bis sich die Politik besinnt? Abwarten, bis sich die Industrie bewegt? Abwarten, bis Afrika, Indien oder China oder sonst wer mitmacht? Könnte der falsche Weg sein.

Mir fällt es auch schwer, auf dies oder das zu verzichten. Manches ist Gewohnheit und lässt sich daher ändern, zum Beispiel Fleischkonsum, Urlaub mit dem Schiff, Flugreisen. Seit Jahren beobachte ich, dass es immer weniger Insekten, Schmetterlinge, die Vielfalt der Vögel gibt. Die Felder mutieren zu Monokulturen ohne „Unkräuter“. Das Klima ändert sich. Die Pole schmelzen.

Die Bienen kommen heim in den Stock und berichten: „Gestern Mais, Mais, Mais, heute wieder Mais, Mais, Mais und morgen bestimmt auch wieder Mais“ oder „Gestern Raps, Raps, Raps, heute Raps, Raps, Raps und bestimmt bis zur Ernte Raps.“ Die Geschichte erzähle ich schon seit Jahren. Es wäre doch schade, wenn demnächst die kleinen Außerirdischen kommen und feststellen: „Auf der Erde gibt es keine Menschen. Denn die haben sich selbst ausgerottet!“

Leserbriefe

Sind Naturgärten unerwünscht?

Gabriela Hahn, Wolfschlugen. Zum Artikel „Hilfe für Wildbienen – Tagung an der Nürtinger Hochschule“ vom 19. November. Bei den immer häufiger stattfindenden Seminaren, Kongressen und Vorträgen zum Thema „Bedrohte Artenvielfalt“ sind viele Zuhörer anzutreffen, die der gleichen Meinung sind: Es…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe