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Leserbriefe

Vom Befürworter zum Gegner

27.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alfred Schmidt, Nürtingen. Zum Artikel „Prüfergebnis für S21 bleibt umstritten“ vom 22. Juli. Ich verfolge die Berichterstattungen über das Thema S21 in allen Medien sehr interessiert. Anfangs war ich von dem Innovations- und dem Zukunftsgedanken angetan. Zunehmend musste ich aber feststellen, dass die Beschlüsse und Entscheidungen zum Bau dieses Bahnhofs, den keiner wirklich braucht, unter dubiosen und oft nicht nachvollziehbaren Voraussetzungen erfolgt sind. Ich vermisste immer mehr die Vorteile für den Bahnkunden und die Bevölkerung. Stattdessen wurde der Zugewinn an städtebaulichen Flächen, eine Modernisierung der Innenstadt, die schnellere Verbindung zwischen Paris und Bratislava, die ich heute noch nicht nachvollziehen kann, und vieles mehr in den Vordergrund gestellt. Und dann waren da noch die Kosten.

Und verstärkt stellte sich mir die Frage, wie lange lassen sich die Bürgerinnen und Bürger noch von den schöngerechneten, unrealistischen und zweckgebundenen Zahlen der Bahn und ihrer Helfershelfer blenden? Münchhausen war ein Waisenknabe gegen die sogenannten Experten und Planer im Vorfeld der Entscheidungen. Ich frage mich, inwieweit Beschlüsse, die unter der Vortäuschung falscher Tatsachen erschlichen wurden, bindend sein müssen? Die Bahn verschanzt sich immer hinter den gesetzlich abgesicherten Verträgen. Was sind diese Verträge wert? Wenn ich etwas verkaufe und dem Käufer etwas verschweige, mache ich mich strafbar. Warum gilt das nicht für die Bahn und deren „Freunde“, die Lobbyisten und nahestehende Politiker?

Was und wem nützen Prunkbauten in Großstädten, wenn die Bahnhöfe auf dem Land – bestes Beispiel ist der Nürtinger Bahnhof – ungepflegt, renovierungsbedürftig, nicht kundenfreundlich sind und den Charme einer öffentliche Bedürfnisanstalt besitzen? Was und wem nützen theoretische 49 Zugbewegungen pro Stunde, wenn im Umland die Versorgung schlechter wird? Was und wem nützen die Belastungen während der Bauzeit von zehn Jahren? Wem nützt das eigentlich am meisten? Ich wünsche mir, dass die Bürgerinnen und Bürger, die dieses Machtspielchen der verschiedenen Parteien letztendlich bezahlen müssen, diesem Irrsinn ein Ende machen. Weiter wünsche ich mir, dass die Bahn sich auf ihren ursprünglichen Auftrag besinnt, der Bevölkerung ein funktionierendes Transportsystem, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr, zur Verfügung zu stellen und nicht nach dem größtmöglichen Gewinn am Ende des Jahres zu trachten.

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