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Verpanschte Drogenwarnung

18.06.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Gepanschte Medikamente auf dem deutschen Markt“ und zum Kommentar: „Gutes Geschäft“, vom 12. Juni. Der Zusammenhang dieser Artikel wird deutlich, wenn man den Fernsehbericht zum Stichwort „Drogenwarnung im Internet und von der „Heroinschwemme in den USA“ hört, die, sicher zeitverzögert, wie viele andere Unsitten, bald auch durch Europa schwappt. Sie wird damit begründet, dass legale Schmerz- und Betäubungsmittel zunehmend teurer würden und Heroin, da illegal (unversteuert), bereits billiger sei, aber leider süchtig mache.

Man setzt bei der Argumentation wohl voraus, dass bei legalen Arzneimitteln keine Suchtgefahr besteht. „Ein Schelm der anderes denkt“. Beide „Berichte“ der Nürtinger Zeitung sind laut Untertitel behördliche Warnungen. Im ersten lesen wir „Exklusiv“ Behörde warnt vor illegalen Arzneimitteln und im zweiten warnt Innenminister Gall vor Verharmlosung von Rauschmitteln, was bereits in der Überschrift: „Jugendliche haben mehr Lust auf Drogen“ – fast schon kriminell – als „aktuelle Trendansage“ offeriert wird. Da wurde ganz gewaltig „gegen den Strich gebürstet“! Der Titel birgt hinterhältige Schleichwerbung für harte Drogen an die Adresse suchtgefährdeter Jugendlicher. Im Text wird dann der sprunghafte Anstieg der Zahl von Kindern und Jugendlichen in der Rauschgiftkriminalität 2013, mit der Begründung, „dass die Polizei die Rauschgiftkriminalität 2013 besonders in den Blick genommen habe“, noch bagatellisiert.

Die starke Zunahme um „mehr als 50 Prozent der Drogenhandelsdelikte wie eine höhere Akzeptanz von Rauschgift- und Betäubungsmitteln bei Jugendlichen, wird eiskalt mit „dem günstigen Trend der Gewaltkriminalität der unter 21-Jährigen“ relativiert. „Drogen und Spiele – gegen Jugendgewalt? – Dafür – Deutsche Waffen für alle Welt?“ (Eine Tonne Heroin aus Afghanistan über Griechenland für den europäischen Markt). Welches Elend bringt dieser „Handel“ für zigtausende Familien bei uns in Europa und in den Kriegsgebieten in aller Welt?

Drogen sind Waffen mit Langzeitwirkung gegen unsere Jugend – unsere Zukunft!“ Ob ein „Musical gegen Drogen“ ausreicht oder zumindest zur Initialzündung wird? Man kann es den Initiatoren und Darstellern (weiblich wie männlich) nur wünschen!

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