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Verkehrswende nur mit guten Alternativen

06.11.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen. Zu den Leserbriefen „Den Klimaschutz nicht bagatellisieren“ und „Nicht einfach, aber es wird sich lohnen“ vom 27. Oktober.

Ich bin für den Klimaschutz – aber nicht für Aktionismus. Deutschland kann eine Vorreiterrolle spielen. Vorbild sind wir aber nur dann, wenn Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Beim Ausstieg aus der Kernenergie ist uns zum Beispiel niemand gefolgt. Ganz im Gegenteil: Im Nachbarland Frankreich erfährt die Kernenergie eine plötzliche Wiederauferstehung – und zwar aus Gründen des Klimaschutzes. Die Folgen liegen auf der Hand: Während wir bis heute nicht wissen, wie wir unseren Stromhunger in 15 oder 20 Jahren stillen, sind andere auf der sicheren Seite. Und natürlich wirkt sich das auf den Strompreis aus – allen Dämpfungsmaßnahmen, die von der neuen Regierung folgen werden, zum Trotz.

Wenn Herr Schmücker von einem „neuen Wirtschaftsmodell“ und einem „neuen Lebensstil“ schreibt, ist das für die einen eine Verheißung. Und für die anderen eine Bedrohung für ihr bisschen Wohlstand, mit dem sie sich in Deutschland gerade so über Wasser halten. Wenn die sogenannte „Verkehrswende“ im Ergebnis zum Wohlstandsverlust großer Bevölkerungsschichten führt, sind wir in der Welt für niemanden Vorbild. Solange wir in kürzester Zeit wie besessen vom Verbrenner- auf den Elektromotor umsteigen, ohne ein Konzept dafür zu haben: Erstens, woher kommt der Strom? Zweitens, wie kommt der Strom zu mir nach Hause? Drittens, wo kann ich laden? Viertens, wie entsteht die Batterie? und fünftens, wie entsorge ich sie später? – so lange schaut uns die Welt neugierig zu und entscheidet erst dann, was gut ist.

Für die Verkehrswende genügt es auch nicht, mir das Auto unter dem Hintern wegzunehmen. Ich brauche ja eine Alternative. Und die Züge von Nürtingen nach Stuttgart sind (dank eines grünen Verkehrsministers wohlgemerkt) zu klein dimensioniert, um in der Hauptverkehrszeit noch mehr Fahrgäste aufnehmen zu können. Beim Ausbau erneuerbarer Energien liegt Baden-Württemberg übrigens auf einem hinteren Platz. Und das, obwohl wir seit zehn Jahren einen grünen Ministerpräsidenten und einen grünen Umweltminister (heute Umweltministerin) haben.

Leserbriefe

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Barbara König, Nürtingen. Zum Artikel „Massive Kritik am Planer“ vom 18. November.

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