Leserbriefe

Veraltete Vorstellung von guten Menschen

05.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Unhaltbare Unterstellungen“ vom 17. Februar. Es gibt offensichtlich wieder Menschen, für die „gute Deutsche“ brutale Egoisten sein müssen: sich gegen außen möglichst heftig abschotten und nur auf das eigene Wohl bedacht. Was geht einem „guten Deutschen“ die Not außerhalb Deutschlands an? Nationalismus nennt man das. Das hatten wir zwar schon einmal reichlich – unter einem „großen Führer“ – und das ist uns sehr schlecht bekommen.

Seit gut 70 Jahren haben wir ein sehr offenes Deutschland: wir können reisen, wohin wir wollen, andere können zu uns kommen, wir kaufen in der ganzen Welt ein und verkaufen dorthin so viel wie irgend möglich (Exportüberschuss) und freuen uns über die günstigen Preise. Uns geht es im Ganzen so gut wie noch nie. Im Schnitt kommen bei uns auf zwei Menschen (Kinder und Alte eingeschlossen) zwei Autos. Unglaublich!

Aber scheint’s gibt es wieder Menschen, die zurück wollen: Die Grenzen schließen und fremde Einflüsse verdammen, et cetera. Hin zu „Deutschland den Deutschen!“ Dabei gibt es keine durch und durch reinen Deutschen, auch keine rein „deutsche Kultur“. Alles ist in einem jahrhundertelangen Mischprozess entstanden, in ständigen Wechseln. Wer wollte denn, wer könnte denn vor 100 Jahren leben? Wir haben in der Vergangenheit sehr viel gewonnen. Sehr vieles von außen , nicht nur die moderne Technik. Wie sollte man denn „die Grenzen dicht machen“? Das ginge doch wohl nur, wenn die „guten Deutschen“ an allen Grenzen ringsum auf alle Menschen tapfer schießen würden, die zu uns kommen wollen. Wie denn sonst?

Sind nur solche Menschen „gute Deutsche“? Nein! Es ist nur eine zum Glück ziemlich kleine Minderheit, die solchen veralteten Vorstellungen nachhängt und sich von Zeit zu Zeit auch in Leserbriefen zu Wort meldet. Natürlich können wir nicht alle Menschen, die gerne im reichen Deutschland leben wollen, zu uns bitten. Da ist vernünftige Politik gefragt. Aber nicht Abschottung!

Leserbriefe

Nürtingen für die Enkel und Urenkel

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler plädieren für Investorenwettbewerb am Neckar“ vom 20. Juli sowie einigen anderen Veröffentlichungen dieser Tag.

Ich gehe bald auf die achtzig zu. Sollen Weib, Kinder und Enkel sagen, am besten kommt der Alte gleich ins Heim? Denn wenn er…

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