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Urteil hält Vergleich nicht stand

09.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Weber, Neuffen. Zum Artikel „Viereinhalb Jahre Haft für Willi Balz“ vom 3. Dezember. Es ist in Deutschland ab und zu schon erstaunlich, welches Strafmaß für welches Vergehen von den Richtern verkündet wird. Da stimmt in meinen Augen manches nicht mehr. Man muss sich einfach vorstellen, dass jemand, der scheinbar einen Konkurs verschleppt hat, fast so lange ins Gefängnis muss wie jemand, der in Stuttgart durch sinnlose Raserei zwei Menschen umgebracht hat.

Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit? Willi Balz mag vielleicht nicht ganz unschuldig sein, aber er hat niemand umgebracht und nur Investoren um ihr Geld gebracht. Wobei die Gründe für die Insolvenz, wenn man die Zeitungsberichte dazu so liest, auch ein wenig im Dunkeln liegen. Denn es kann schon sein, dass hier die Strommafia ihre Hände im Spiel hatte, einfach weil denen Willi Balz zu erfolgreich war.

Ich will hier auf keinen Fall den Herrn Balz, den ich überhaupt nicht kenne, verteidigen, aber ich finde es schon sehr merkwürdig, dass er hier vom Strafmaß her fast auf eine Stufe mit einem Mörder gestellt wird. Denn nichts anderes ist derjenige, der mit 160 Kilometer pro Stunde durch die Innenstadt rast und zwei Menschen tötet. Aber da ist der Fall ja schon anders, der hatte eine schwere Kindheit und auch sonst noch strafmildernde Umstände.

Vielleicht hätte das dem Herrn Balz auch geholfen, aber er war ja nur ein erfolgreicher Unternehmer und hat auch noch unverschämte 80 Millionen als Privatvermögen. Da muss man schon hart urteilen. Übrigens gibt es bei uns Minister, die einen dreistelligen Millionenbetrag „verspielen“ (Pkw-Maut) und noch heute im Amt sind. Denn da geht es ja auch nur um Volksvermögen

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