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Leserbriefe

Über Nebenwirkungen und Risiken aufklären

12.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Rajic, Nürtingen. Alles Bio, oder was? Die geplante Biogasanlage im „Großbettlinger Gatter“ nennt sich Anlage zur Methanherstellung auf der Basis pflanzlicher und tierischer Roh- und Abfallstoffe. Mais, Gülle, Geflügelmist, Schlachtabfälle, Speisereste und mit besonderen Auflagen Rückstände aus der Lebensmittelverarbeitung, altes Fett et cetera können in diesen Anlagen vergoren werden. Ursprünglich von der Bundesregierung als Nebenerwerbsquelle (Subvention) für die Bauern gedacht, die mit kleinen Anlagen in der Nähe ihrer Gehöfte Strom produzieren und verkaufen sollten, entdeckt zunehmend die Industrie diesen profitablen, staatlich subventionierten Geschäftszweig. Die Folge ist, dass immer mehr dieser industriellen Betriebe entstehen, die Anlagen immer größer (je größer umso lohnender) werden und, mangels geeigneter Industrieareale, in der Nähe von bewohnten Gebieten geplant beziehungsweise errichtet werden.

Am 14. Juli 2008 benannte Günther Beckstein in seiner Einweihungsrede das bei Schwandorf gebaute Gaswerk, mit einer Kapazität von 16 Millionen Kubikmetern Gas pro Jahr, als das größte von Europa. Ein noch größeres Gaswerk, mit Option zur Erweiterung, soll nun in Nürtingen in der Nähe von Wohngebieten entstehen. 18 Millionen Kubikmeter hochexplosives Methangas soll jährlich produziert werden, resultierend daraus die Abfallprodukte Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, beides Stoffe, die schwerer als Luft sind und schon in kleinen Dosen tödlich auf Mensch und Tier wirken. Der Standort ein Hügel mit Gefälle, der in Senken Richtung Großbettlingen, Raidwangen beziehungsweise dem Stadtteil Roßdorf ausläuft, mit dahinter liegenden Wohngebieten.

Dass Gefahrenpotenziale und Risiken in solchen Anlagen stecken, zeigen leckende, explodierende Gärbehälter, auslaufende Gärflüssigkeit (1,6 bis 4,5 Millionen Liter) die Felder und Flüsse verseucht und leider auch Menschenleben forderte, die durch hochgiftiges Gas zu Tode kamen. Das sind Unfälle, die in den letzten vier Jahren in wesentlich kleineren Anlagen passiert sind. Angesichts der Dimensionen der geplanten industriellen Anlage ist es nun an der Zeit, dass die Verantwortlichen klar Stellung beziehen und über die tatsächlichen Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Leserbriefe

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