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Tröpfchen auf heißen Stein

28.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eva Wipper, Nürtingen. Zum Leserbrief „Prämie ist keine Lösung“ vom 16. April. Bärbel Kehl-Maurer von der SPD hat geschrieben, „ein gewisses Grundvertrauen“ sei Voraussetzung für das Kinderhaben. Grundvertrauen „in die Gesellschaft, die Kommunen, den Staat, die Politik, die Zukunft“.

In meinem Falle sieht das so aus: Abgeschlossene Berufsausbildung im Justizwesen, wegen Stellenabbau nicht übernommen, ohne Chance, in Kanzleien oder Behörden Arbeit zu finden („falsches Profil“). Außerdem: Alleinerziehend mit zwei Kindern von sechs und zwei Jahren, Unterstützung durch das ALG II, zweite Berufsausbildung in Aussicht, in einer Schule, ohne staatliche Unterstützung, weil ich dann „dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehe“. Die Alternative wäre, ein weiteres Jahr auf Staatskosten abzuwarten, ohne Berufschancen.

Und nun fallen plötzlich zwei Tröpfchen auf den heißen Stein meines Haushalts. Zehn Euro Kindergeld mehr pro Näschen. Das würde für jedes Kind täglich eine Billigbrezel reichen. Aber falsch gewettet! Das Geld wird meinen Kindern als „Einkommen“ gewertet und hinten wieder abgezogen. Dazu kommen noch ein paar Fahrten mit dem Bus zum Behördenkram. Letztlich zahlen wir drauf.

Ich frage die regierenden Sozial- und Christdemokraten: Aus was, bitteschön, soll sich denn mein Grundvertrauen mehren? Der Staat schiebt zurzeit Nullnummern von Milliarden über den Tisch, um Nullnummern eines größenwahnsinnigen Bankensystems und der davon abhängigen Konzerne abzufangen. Und nun wird sogar das Kindergeld für meine Kinder zur Nullnummer: Ätschegäbele, Pech gehabt.

Gibt es dafür eine vernünftige Erklärung von den Wertesetzern der wortgewaltigen Regierungsparteien? Vielleicht sogar von ihren Repräsentanten hier in unserer Stadt? Sollte sich eine Antwort allerdings in Kanzleitrost erschöpfen, müssten die Herrschaften damit rechnen, dass irgendwann einmal die heißen Steinchen explodieren. Mangels Tröpfchen.

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