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Traut er sich nicht an die Goldbarren?

14.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Laubheimer, Großbettlingen. Zum Artikel „Der Lotto-Führung geht’s ans Geld“ vom 23. November. Finanzminister Schmid rechtfertigte seine Entscheidung, Frau Caspers-Merk als neue Toto-Lotto-Geschäftsführerin ohne öffentliche Ausschreibung einzusetzen, unter anderem mit dem Argument, dass bei Toto-Lotto vieles im Argen liegt, die Gehälter seien zu hoch, Toto-Lotto sei schlecht organisiert und würde ineffizient arbeiten.

Die Angst des Vorwurfs der Parteibuchwirtschaft hat unseren Minister wohl zu dieser unqualifizierten Argumentation gedrängt. Dabei hat er wohl vergessen, dass der Aufsichtsrat von Toto-Lotto aus Mitgliedern der Landesregierung und des Finanzministeriums besteht. Wenn Toto-Lotto tatsächlich so aus der Bahn gefahren ist, muss man sich doch fragen, was haben die Aufsichtsräte bisher geleistet. Kamen sie in der Vergangenheit nur in das Lotto-Haus, um sich an Leib und Seele zu bereichern? Haben sie dann nicht ihre Aufsichtspflicht verletzt? Eine Frage, die sich bei Schmids Argumentation doch sehr aufdrängt.

Herr Schmid nahm auch Bezug auf einen Bericht des Rechnungshofs über Toto-Lotto. Dort steht, dass die Tarifstruktur bei Toto-Lotto stark vom Niveau des öffentlichen Dienstes abweicht und sogar über dem des Bankgewerbes liegen soll. Außerdem wird geraten, das Unternehmen effizienter aufzustellen. Diese Aussage über das Gehaltniveau ist falsch. Außerdem enthält der Bericht keine Angaben darüber, dass Toto-Lotto im Jahre 2007 das Vergütungssystem abgesenkt hat und die Mitarbeiter durch den neuen Rahmentarifvertrag herbe Einschnitte hinnehmen mussten.

Staatssekretär Ingo Rust, Vorstandsvorsitzender der Toto-Lotto Stuttgart, hat beim Besuch der Betriebsversammlung im Oktober 2012 bestätigt, dass es in diesem Bericht des Rechnungshofes Fehler gibt. Minister Klaus Maier von der SPD-Fraktion hat bei der Betriebsversammlung ausgesagt, dass die Struktur und Arbeitsplatzqualifikationen von Toto-Lotto nicht mit anderen Landesbetrieben vergleichbar sind. Warum nimmt Schmid Bezug auf einen Bericht des Rechnungshofes, der laut Staatssekretär Rust Fehler beinhaltet? (Leitbild des Rechnungshofes: Wir erfüllen unseren Verfassungsauftrag unabhängig und objektiv; wir handeln engagiert und kompetent.) Darf man das Leitbild in Frage stellen? Ich tu es! Finanzminister Schmid versucht bei Toto-Lotto ein paar Groschen rauszupressen. An die Goldbarren, die er sicher im Ländle finden könnte, traut er sich nicht ran. Die engagierten Mitarbeiter und das Unternehmen Toto-Lotto wurden von ihm abqualifiziert und in aller Öffentlichkeit geohrfeigt. Das lassen sich die Beschäftigten nicht gefallen. Sie werden Herrn Schmid noch beweisen, wie gut sie organisiert und aufgestellt sind!

Nebenbei erwähnt: Toto-Lotto Baden-Württemberg ist gemessen an Umsatz und Personalkosten die effizienteste Gesellschaft im deutschen Lottoblock! Darauf sind wir Mitarbeiter stolz – Herr Schmid leider nicht!

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