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„Toleranz sollte auch gelebt werden“

02.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dorothee Weiß, Oberboihingen. Zum Artikel „Asylbewerber verhindert“ vom 25. Februar. Was ich in diesem Beitrag gelesen habe, hat mich nicht nur wütend gemacht, sondern vielmehr schockiert! Unsere Gesellschaft redet immer von Toleranz gegenüber allem und jedem. Erst vor wenigen Tagen wurde der Nazimorde der Zwickauer Terrorzelle gedacht und um mehr Toleranz gebeten. Und dann muss ich doch tatsächlich lesen, dass es gerade so weitergeht!

Die Bürger von Feldberg-Altglashütten protestierten nicht nur gegen die Unterbringung der Asylbewerber, sondern starteten auch noch anonyme Tiraden! Toleranz? Gleich null. Das ist erschütternd.

Ich habe selbst ein Jahr lang im Flüchtlingsheim der Arbeiterwohlfahrt Esslingen gearbeitet und die Schicksale der Menschen dort hautnah miterlebt. Ich frage mich, woher sich die Bürger in diesem Ort das Recht nehmen, über andere Menschen zu urteilen. Als wären diese weniger wert und würden „dem Tourismus“ schaden.

Geht’s noch? Anstatt gegen die Aufnahme dieser Menschen zu protestieren, sollten sie sich einmal mit den Schicksalen auseinandersetzen. Dieses Verhalten finde ich verabscheuungswürdig! Von Toleranz sollte nicht nur immer geredet, sondern Toleranz sollte auch gelebt werden.

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