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Tierwohl kommt nicht freiwillig zustande

09.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Kommentar „Gegängelt“ vom 3. März. Freiwilligkeit hat in Sachen Tierwohl bisher wenig gebracht. Zum Schutz des Menschen gibt es auch Gesetze und eine Menge von Regelungen.

Spricht man hier von Gängelei? Die Union hat Fortschritte Richtung Tierwohl in der Vergangenheit durchweg be- oder verhindert. Der Fleisch- und Milchkonsum verursacht gewaltige Umweltschäden und wird auch noch vielfältig subventioniert.

Für Hafermilch zum Beispiel muss ich 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen und werde dabei bestraft für meinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, während die schädlichen Fleisch- und Kuhmilchprodukte mit sieben Prozent besteuert werden. Das Tierschutzgesetz schützt de facto die Tiere kaum. Es kann nach Bedarf ausgelegt werden. Könnte in der Verfassung stehen, dass Menschen auch gequält oder getötet werden können, wenn vernünftige Gründe vorliegen?

Für Tiere ist das so, weil Tiere immer noch als Sache gelten, verkauft, bei Bedarf gequält, missbraucht und getötet werden können. Hier fehlt es gewaltig an ethischem Bewusstsein. Biolandwirtschaft wird kaum gefördert. Eine ökologische Steuerreform könnte Impulse für eine Veränderung des Kaufverhaltens geben. Die Tierbestände müssen drastisch reduziert werden. Sonst ist ein wirklicher Klima- und Umweltschutz unmöglich. Corona ist eine Lappalie im Vergleich zu dem, was in relativ kurzer Zeit durch Klima- und Umweltschäden droht. Warum kommen bei Corona Wissenschaftler laufend zu Wort, aber bei dem viel wichtigeren Thema Klima und Umwelt nur am Rande?

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