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Leserbriefe

Theorie und Praxis

27.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Bauknecht, Nürtingen. Über das Internet wurde ich auf einen Gastvortrag von OB Heirich aufmerksam, den er am 18. Juni 2007 auf Einladung der Bremer Initiative Aktive Bürgerstadt hielt. OB Heirich wurde als ein Gast aus der Partizipations-Modellstadt Nürtingen vorgestellt. Unser OB berichtete, dass man in Nürtingen mit rund 40000 Einwohnern seit gut 15 Jahren beste Erfahrungen mit der Bürgerbeteiligung gesammelt habe und er deren Förderung zur Chefsache erklärt habe. Bei der Bürgerbeteiligung würden in Nürtingen alle an einem Strang ziehen: Bürger Verwaltung Gemeinderat lokale Wirtschaft. Der Bürgertreff am Rathaus sei die zentrale Anlaufstelle für die engagierten Bürger. Wichtigste Einsicht in Nürtingen zum Thema Bürgerbeteiligung ist nach seinen Worten: Dabei kann jeder nur gewinnen. Diese Erkenntnis müsse transportiert und von Verwaltung und Politik vorgelebt werden. Bürger müssten das Gefühl haben, dass sie auf offene Ohren stoßen, dass ihre Ideen eine gefragte Währung seien. Ganz wichtig sei für ihn: Es muss gelingen, eine Kultur der Anerkennung aufzubauen.

Mir hat es schlichtweg die Sprache verschlagen. Ist dies meine Heimatstadt, von der OB Heirich spricht? Wie sieht die Praxis aus? OB Heirich fördert nicht die Bürgerbeteiligung, sondern er bekämpft sie. Er ignoriert die 4000 Unterschriften gegen eine Bebauung des Großen Forsts, er ignoriert den größten Menschenauflauf im Großen Forst, den es jemals in Nürtingen und Umgebung gegeben hat, und er liest offenbar auch keine Leserbriefe, weil ihn die Meinung der Nürtinger Bürger offensichtlich nicht interessiert.

Der Große Forst gehört aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen! Warum? Wäre der OB bei der Menschenkette dabei gewesen, dann wüsste er es: Weil es die Nürtinger so wollen! Auch die Begründung, der Forst sei bereits seit einigen Jahren in genau jenen Plan aufgenommen, ist haltlos, schließlich ist das die Arbeit ehemaliger Stadträte. Kein einziger Bürger hat das je mitentschieden. Herr Heirich sollte sich dem Volk verpflichtet fühlen und nicht ehemaligen Stadträten und auch nicht der Firma Boss.

Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun! Für Nürtingen!

Leserbriefe

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