Leserbriefe

Teil einer Kampagne

13.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf, Pressesprecher „Die Linke“ Kreisverband Esslingen. Der Kreisverband der „Linken“ nimmt mit Beunruhigung den Anstieg rechter und ultrarechter Umtriebe in der Region zur Kenntnis. So wurde Anfang dieser Woche ein Versandunternehmen für rechtsradikale CDs und anderen Neonazibedarf von der Polizei durchsucht und geschlossen. Material in beträchtlichem Umfang wurde beschlagnahmt. Der in Nürtingen agierende „Deutsche Kreis 1972 e. V.“ um Walter Staffa und Rolf Kosiek, die im Grenzbereich zwischen Ultrakonservativen und Neonazis anzusiedeln sind (und deshalb vom Verfassungsschutz überwacht werden), macht ebenfalls wieder von sich reden. Die letzte Veranstaltung dieses Zirkels wurde von „Vermummten“ gestört. Was dort genau passierte, ist dem Kreisverband der Linken nicht bekannt – wenn unsere Mitglieder auftreten, geschieht dies offen und nicht „vermummt“.

Dr. Kosiek beschäftigt sich in einem Leserbrief mit der „Hermannsschlacht“. Die dortigen Aussagen sind nach Auffassung des Kreisverbandes der Linken wissenschaftlich nicht haltbar. Ein römischer Bürger, Ritter (eques) und Offizier bei den germanischen Hilfstruppen der römischen Armee namens Arminius vernichtete im Jahre 9 n. Chr. im Teutoburger Wald drei römische Legionen unter dem Kommando von P. Quintilius Varus. So viel ist gesichertes Wissen. Weiter ist bekannt, dass Arminius aus einer germanischen Häuptlingsfamilie stammte. Die Praxis, den Nachwuchs zur Ausbildung nach Rom zu schicken, war bei besser gestellten Familien innerhalb und außerhalb des Römischen Reiches nicht unüblich. Den plötzlichen Überfall auf die eigenen Verbündeten als „Befreiungstat“ zu verklären ist unrichtig. Auch wenn Dr. Kosiek die Römer als Ungeheuer darstellt, die Gallien „ausgemordet“ haben sollen, so ist nicht bekannt, wovon die damalige Bevölkerung im heutigen Ostwestfalen „befreit“ werden sollte. Arminius (sein germanischer Name „Hermann“ ist eine spätere Erfindung) dürfte eher in die Reihe der „Freiheitskämpfer“ einzuordnen sein, wie sie etwa in Afrika zum Ende der Kolonialzeit auftraten. Diese arbeiteten weniger für die „Freiheit“ ihrer Mitmenschen als in die eigenen Taschen. Dafür spricht, dass Arminius im Jahre 24 n. Chr. von der eigenen Sippe umgebracht wurde. Der Beitrag von Dr. Kosiek ist Teil einer Kampagne, die gegenwärtig von der NPD unter dem Motto „Die Hermannsschlacht: 2000 Jahre Kampf gegen Überfremdung – für nationale Selbstbestimmung“ durchgeführt wird. In dem Aufruf der NPD heißt es: „Von Anbeginn an ist die Geschichte unseres deutschen Volkes geprägt worden vom Kampf ums Dasein“.

Leserbriefe

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