Leserbriefe

Studie der Hochschule auch berücksichtigen

14.02.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raul Guerreiro, Nürtingen. Bei der Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren „Nürtingen am Neckar“ erschien das Motto „Keine Bausünde am Neckar“ als Proteststempel. Eine „Bausünde“ ist aber nicht die Essenz der Sache. Die Entscheidung des Gemeinderates, ein Stück der Stadtfläche zugunsten einer Konstruktion (egal was) direkt am Ufer des Neckars zu verkaufen, trägt gravierende historische, soziale und kulturelle Aspekte. Unsere im Jahr 1046 erstmals erwähnte alemannische Siedlung „Niuwiritingen“ präsentiert sich heute stolz gegenüber der Welt als „Hölderlin Stadt“. Bedenken wir nun vier Zeilen von den genialer Poet aus dem Gedicht „Der Neckar“. Darin heißt es: „Zu euch, ihr Inseln!/bringt mich vielleicht, zu euch./ Mein Schutzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn./Auch da mein Neckar nicht mit seinen Lieblichen Wiesen und Uferweiden.“

Vor einigen Tagen hat übrigens die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt eine Studie im Rathaus vorgestellt. Die zentralen Handlungsempfehlungen, um Nürtingen in Zukunft lebenswert zu machen, heißen: Altstadt und Neckar. Die Autoren, unter der Leitung der Betriebswissenschaftlerin Iris Ramme, erwähnen explizit: Grünflächen sollten verbessert; Parks, Ruhebänke und grüne Zonen zum Entspannen sollen erweitert werden. Dazu wird, um die Erlebbarkeit des Nürtinger Neckars zu verbessern, explizit empfohlen, Strandorte, Freizeit- und Sportangebote und sogar ein „Partyboot“ als touristische Attraktion zu organisieren. Für diese echten zivilisatorischen Schritte ist der Neckar der unverzichtbare Schlüssel.

Noch kurz zur Bürgerinitiative selbst. Wir können stolz darüber sein, dass auch in unserem circa 1000 Jahre alten Nürtingen ein Instrument der künftigen direkten und friedvollen Demokratie in Europa seine humane Kraft ausübt. Schon Goethe schrieb vor Jahrhunderten: „Ein einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit vielen zur rechten Stunde vereinigt“. Statt Parteidiktaten oder ökonomischen Interessen soll der Wille der Ich-Individualitäten der Bürger herrschen.

Leserbriefe

IS-Mitgliedschaft als Schutzargument

Bernd Hummel, Nürtingen. Zum Artikel „Flüchtlinge zeigen sich vermehrt selbst an“ vom 16. April. Die Absurditäten nehmen eine neue Stufe an: „Ich war beim IS und darf in Deutschland bleiben“ und genieße besonderen Schutz. Was wir aber dazu dringend brauchen, ist eine neue Stelle im Bundestag,…

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