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Leserbriefe

Stolz auf die lange Betriebszugehörigkeit

28.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Frank-M. Wohlhaupter, Frickenhausen. Zu den Leserbriefen „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“ und „Einseitige Sicht auf Gewerkschaften“ vom 24. Juli. So ist es eben bei manchen: Wenn sie mit sachlichen Argumenten nicht mehr weiterwissen, werden sie persönlich. Aber zurück zu den Fakten: Es ist richtig, dass Wohlhaupter sich seit Jahren von seinem Arbeitgeberverband nicht mehr richtig vertreten fühlt. Grund dafür ist, dass die Großen und die Automobilisten in unserem Verband das Sagen haben und das Tarifgeschehen maßgeblich beeinflussen.

Es ist eben so, dass ein Unternehmen mit nur 15 Prozent Personalkostenanteil andere Prioritäten setzt als ein typischer Maschinenbauer mit einem Anteil von 40 Prozent oder mehr. Wenn diese Unternehmen dann nur einen Produktionsstandort unterhalten und keine Alternative im Ausland besitzen, ist das umso schwieriger.

Wer mich kennt weiß, dass ich alles dafür tue, den Produktionsstandort Deutschland zu erhalten. Aus diesem Grund haben wir uns in einer kleinen Gruppe im letzten Jahr für eine Untergruppe der Maschinenbauer starkgemacht. Ein Austritt war kein Thema – bis Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall, zur Sicherung des Unternehmens, gescheitert sind, weil am 28. November 2019 der Gewerkschaftsvertreter die Verhandlungen zum Erstaunen der anwesenden Kollegen abgebrochen und einfach den Raum verlassen hat. Uns blieb nichts anderes möglich als die Mitgliedschaft zu kündigen, um auf Betriebsebene eine Lösung zu finden.

Leider hat uns Corona dann hart getroffen. Und um den Fortbestand von Wohlhaupter abermals auf schnellstem Wege zu sichern, blieb uns leider nur ein rechtssicherer Weg, nämlich dem Verband wieder beizutreten – ganz im Sinne der Mitarbeiter. Diese haben das honoriert und sind den Weg mitgegangen, wie seit über 90 Jahren auch. Wir sind stolz auf die überdurchschnittlich lange Betriebszugehörigkeit in unserem Unternehmen, auch die Fluktuation ist nahe null. Bisher hat man sich für Wohlhaupter entschieden, ohne an den Arbeitsplatz gekettet zu sein, denn es ist jedem freigestellt, den Arbeitgeber selbst zu wählen. Und noch eins: Auch amerikanische Familien sind Familien.

Leserbriefe

Die Kosten des Afghanistan-Einsatzes

Rolf Weber, NT-Neckarhausen. Zu den Artikeln „Verlustreichster Bundeswehr-Einsatz“ und „Abruptes Ende eines langen Krieges?“ vom 15. April. Das deutsche Afghanistan-Engagement ist die Lebenslüge einer ganzen Generation von deutschen Politikern.

Auch hiesige Politiker wie der…

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