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Stadtteil Roßdorf ist Stiefkind

08.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen, Stadtrat Nürtinger Liste/Grüne. Zum Artikel „Die Nürtinger wünschen sich eine grüne Stadt am Fluss“ vom 7. Juni. Im Bericht über die Auswertung der Umfrage zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sind Begriffe verwischt: „Bei der Befragung wurde die Kernstadt in fünf Gebiete aufgeteilt. Die meisten Personen, nämlich 131, haben aus Reudern teilgenommen. Am schwächsten war die Resonanz mit 92 Personen im Roßdorf.“ Ist nur die Kernstadt in fünf Teile gegliedert worden? Dann gehört Reudern nicht dazu. Oder die ganze Stadt? Dann wäre das Roßdorf mit circa 4400 Einwohnern, also rund einem Neuntel der Gesamtstadt, doppelt so deutlich hervorgehoben.

Beim Befragungsrücklauf das Roßdorf (92) mit Reudern (131) zu vergleichen, erhellt vor allem die Rolle, die mein Stadtteil schon immer spielen muss: die des Stiefkindes der Stadt. Sehr viele Menschen sind zugezogen, an denen die Fragen zu Isek vorbeigehen, weil sie außerhalb ihrer Lebenswirklichkeit liegen. Die „Resonanz von nur 92 Personen“ verwundert nicht. Zwar wird hier oben immer mal wieder über das Roßdorf oder im Roßdorf debattiert, auch mit prominenter Beteiligung des Rathauses. Passieren tut indessen wenig.

Ich mache diesen Tanz auf der Stelle schon seit 35 Jahren mit. Man plant, man stellt in Aussicht, man trägt Bedenken, man vertröstet. Rühmliche Ausnahme: die aktuelle Veranstaltungsreihe zu Fragen der Demenz. Das Defizit an Infrastruktur eines geradezu isolierten Stadtquartiers wird dadurch aber weder angegangen noch beseitigt. Warum zählt man das Roßdorf zur Kernstadt, lässt es aber links liegen? Wir haben keine attraktive Verkehrsanbindung zur Innenstadt, keine Aichterrassen und keine renovierte Festhalle. Und dem bürgerschaftlichen Engagement scheint nach Jahrzehnten die Luft auszugehen.

Schon vor 15 Jahren hat mir Alt-OB Bachofer gesagt: „Herr Wipper, das Roßdorf hat keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten in Reserve, es ist sozusagen fertig.“ Fertig. In der Tat. Und dann kann man im Rathaus eines Tages vom Roßdorf reden wie jener Bauer von seiner Kuh, die leblos im Stall lag: „Jetzt wone meira Kuah ’s Fressa vollends abg’wöhnt han, do vrreckt mr des Luader!“

Leserbriefe

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