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Stadt reagiert nicht

13.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf, Pressesprecher Attac Nürtingen. Zum Artikel Hochschule Nürtingen: Wieder Experimente mit Genmais vom 12. April. Die Fachhochschule Nürtingen wird auch in diesem Jahr auf den von ihr gepachteten Flächen in Tachenhausen im Auftrag des international tätigen Agro-Konzerns Monsanto eine noch nicht getestete Sorte von gentechnisch verändertem Mais testen. Testen bedeutet, dass die Auswirkungen dieses Anbaus auf die Gesundheit von Mensch und Tier, auf Böden, Gewässer und Klima unbekannt sind. Verpächter dieser Flächen ist die Stadt Nürtingen. Während andere Gemeinden in der Region den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den von ihr verpachteten Flächen untersagen, ist nicht bekannt, ob die Stadt Nürtingen jemals überhaupt geprüft hat, ob sie auch auf ihren Flächen den Anbau derartiger Pflanzen untersagen kann und soll.

Wie in dem Bericht ausgeführt, stößt dieser Anbau nicht nur bei Nürtinger Bürgern auf lebhafte Ablehnung. Die Gegner dieses Anbaus organisieren Widerstand; eine sehr erfolgreiche Unterschriftenaktion des Nabu erbrachte in Nürtingen und Umgebung über 3000 Unterschriften gegen den Anbau von Genmais. Tachenhausen steht zwar im Eigentum der Stadt Nürtingen; verwaltungsrechtlich liegt es auf dem Gebiet der Gemeinde Oberboihingen. Im März 2006 fand in Oberboihingen eine Protestveranstaltung mit Demonstration gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais statt. Dabei wurden über hundert von Bürgern unterzeichnete Erklärungen an die Gemeindeverwaltung übergeben, in denen diese unter anderem in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehörde aufgefordert wurde, die Anbauversuche zu überprüfen und, falls sie hierzu außerstande sei, übergeordnete Polizeibehörden einzuschalten. Die Aufgabe der Polizeibehörden ist Gefahrenabwehr und Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit. Es ist nicht bekannt, welche Polizeibehörde mit welchem Ergebnis die geforderten Überprüfungen vorgenommen hat.

Sehr wohl ist aber in dem oben erwähnten Presseartikel zu erfahren, dass die Polizei offenbar Gewehr bei Fuß steht, um an dem Genmaisacker Überwachungsmaßnahmen gegen Angriffe von Genversuchsgegnern durchzuführen. Attac Nürtingen nimmt zur Kenntnis, dass die befassten Behörden wohl akzeptieren, dass die Bürger unserer Region Versuchskaninchen für die Tests eines international tätigen Agro-Konzerns werden. Die Vornahme einer Abwägung der Interessen der Bürger gegen die Interessen des Konzerns ist nicht erkennbar.

Leserbriefe

Die Konsequenzen bleiben nicht aus

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zu den Artikeln „Das andere Abitur“ und „Abitur in Ausnahmezeit der Pandemie“ vom 3. Mai. Seit Corona übertreffen sich Politiker und Medien sowie etwa 50 Millionen Virologen, Statistiker und Propheten darin, diese Krise gesund und zu einem guten Ende zu beten. Im…

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