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Sparmaßnahmen in den Teilorten

13.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erich Graner, NT-Reudern. Sicherlich war es richtig, dass der Gemeinderat externe Untersuchungen anstellen ließ, wie sich in Nürtingen ein Abgleiten in die Schuldenfalle vermeiden lässt. Anstatt zunächst mit den Betroffenen (zum Beispiel den Teilorten, die vertraglich gesicherte Rechtspositionen haben) über Einsparmöglichkeiten zu reden oder Fachleute von der Fachhochschule einzubeziehen, hat man das renommierte Imaka-Institut eingeschaltet, das für 150 000 Euro Wege zur Zentralisierung finden sollte. Die Untersuchungen sollten natürlich keine „heiligen Kühe“ aussparen und „ergebnisoffen“ rein wirtschaftliche Erwägungen anstellen. Frei von politischen, auch kulturellen und leider auch unter Missachtung von gesicherten Rechtspositionen. Auch ist die von der Verwaltung gebetsmühlenartig zitierte Rücksichtnahme auf den demografischen Wandel offenkundig mit den Füßen getreten worden.

Wieder ohne Rücksprache mit den Betroffenen hat man die Ergebnisse, die teilweise auf höchst fragwürdigen, teilweise auch schlicht falschen Zahlen beruhen, dem Gemeinderat zu Vorentscheidungen präsentiert und auch frühzeitig die örtliche Presse unterrichtet. Dies, und dass die hauptberuflichen Ortsvorsteher, die ihre Ämter auf demokratische Wahlen stützen dürfen, von der Verwaltungsspitze „auf Kurs getrimmt“ wurden, hat zu einer unerwünschten Entfremdung zwischen Teilorten und Zentralstadt geführt. Zumal die Einsparungen bei den Teilorten als letzte erörtert wurden, als schon bekannt war, dass in den Referaten und bei der Kultur nichts eingespart werden kann. Die Vorgehensweise, dass man die Referate nacheinander über die Ergebnisse unterrichtet hat, hat auch innerhalb des Personals der städtischen Verwaltung zu einer spürbaren Unruhe geführt. Neue gutverdienende Beamte wurden eingestellt, bewährte ältere leitende Beamte wurden in Positionen versetzt, die weit niedriger dotiert sind als die jetzigen Positionsinhaber. Gespart wurde also per Saldo nicht – im Gegenteil und das auf lange Sicht! Junge hoffnungsvolle Beamte haben keine Perspektive mehr gesehen und sind abgewandert. Zahlreiche „Freiwilligkeitsleistungen“, die man zuerst kürzen sollte, wurden nicht einmal andeutungsweise in die Erwägungen einbezogen. Die mit der Abschaffung der Ortsteilbauhöfe und der Unechten Teilortswahl bei den Teilorten zu erzielenden Dauerersparnisse sind zum Teil fragwürdig und im Ergebnis geradezu lächerlich gegenüber dem Honorar der Firma Imaka, zu dem offenbar noch ein Rechtsgutachten hinzukommen soll, obwohl die Stadtverwaltung mehrere Volljuristen beschäftigt. Die Ortsvorsteher, die schon bisher die Arbeit der Verwaltung in der Stadt unterstützt haben, durch ehrenamtliche Amtsinhaber zu ersetzen, wird unterm Strich jedenfalls nicht billiger. Denn fünf Ehrenamtliche werden sicherlich höhere Personalkosten verursachen. Nach allem scheint die Stadt mit ihrer Vorgehensweise ihren Bürgern, vor allem dem Drittel von Bewohnern in den Teilorten, keine guten Dienste erwiesen zu haben.

Leserbriefe

Die Konsequenzen bleiben nicht aus

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zu den Artikeln „Das andere Abitur“ und „Abitur in Ausnahmezeit der Pandemie“ vom 3. Mai. Seit Corona übertreffen sich Politiker und Medien sowie etwa 50 Millionen Virologen, Statistiker und Propheten darin, diese Krise gesund und zu einem guten Ende zu beten. Im…

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