Leserbriefe

Schmutzkampagne gegen Dieselfahrzeuge

15.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Siffermann, Frickenhausen. Zum Artikel „Der Arzt, der in Sachen Feinstaub die falsche Botschaft hat“ vom 26. Februar. Der Titel suggeriert, dass der Doktor die falsche Botschaft verbreitet. Das Gegenteil ist der Fall. Fakten und Tatsachen werden durch die beispiellose Medienkampagne gegen Dieselfahrzeuge nicht mehr wahrgenommen.

Dubiose Umweltvereine und private Umweltverbände haben sich großen Einfluss auf unsere Politiker und Medien erarbeitet. Mit Horrorszenarien und falscher Interpretation von Studien wurden europaweit diese Politiker dann genötigt, Grenzwerte und Verordnungen festzulegen, bevor überhaupt ausreichend gesicherte Normen und Verfahren erforscht sind. So misst jeder, wie er will und was er will. Einmal ist Feinstaub das Thema, dann das klimaschädliche Gas CO2, und plötzlich ist Stickoxid das Killergas. Ursprünglich am Prüfstand nach vorgegebenen Richtlinien gemessen (für Lkw noch immer Standard), wird nun direkt am Auspuff gemessen und jeder wundert sich, welch tolle Werte da zutage kommen.

Ich fühle mich an die Zeit des Mittelalters erinnert, wo auch jeder mit eigener Elle und Gewichten gemessen hat, bevor eine Eichung beziehungsweise Normierung eingeführt wurde. Die Handlungsvollmacht liegt also offensichtlich nicht mehr bei den gewählten Volksvertretern. Diese haben längst private Umweltverbände und Vereine übernommen, welche sich mittlerweile hoheitlicher Maßnahmen bedienen und Sanktionen aussprechen, um sich zu finanzieren. Sanktionen zu verhängen sollte eigentlich ausschließlich dem Staat vorbehalten sein. Dies ist das eigentliche Dilemma. Die gewählten Volksvertreter müssten eigentlich die privaten Umweltverbände entsprechend zurechtschneiden, um wieder eigene Handlungsvollmacht sowie Mess- und Regelkompetenz zurückzuerhalten. Darauf können wir jedoch lange warten, sind dies doch fast alle Alt-68er und grüne Parteifreunde. Nach rot, gelb, grün soll es nun eine blaue Plakette richten. So ein Schwachsinn! Haben doch schon die alten Plaketten nichts gebracht. Fahrverbote sind der völlig falsche Weg. Verkehrsplanung ist angesagt.

Den Verkehr nicht in die Städte zu lenken, sondern drum herum, wäre angesagt. Den Verkehr flüssig zu erhalten und nicht durch Ampeln und 30er-Zonen auszubremsen ist das A und O. In Sachen Kreisverkehr sind wir ein Entwicklungsland. Und viele, die am Neckartor vorbeifahren müssen, würden gern um die Stadt herumfahren, wenn es Alternativen gäbe. Ich werde auf jeden Fall meinen Euro-5-Diesel mit gutem Gewissen und voller Überzeugung weiter fahren. Schließlich sind die Abgase nahezu feinstaubfrei und in Sachen klimaschädlichem CO2 sind die Werte ähnlich dem Benziner.

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