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Rücksichtnahme hat oberste Priorität

22.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Buchmann, Beuren. Zum Leserbrief „Naturschutz bleibt auf der Strecke“ vom 12. Dezember und zum Artikel „Beschwerden über Radfahrer nehmen zu“ vom 28. November. Diesen Brief halte ich für einen der lächerlichsten und undifferenziertesten Leserbriefe seit Langem. Nicht nur, weil es völlig unangebracht ist, alle Radfahrer über einen Kamm zu scheren, sondern auch, weil der Brief genau die bestehenden Konflikte zwischen den verschiedenen Interessengruppen verstärkt. Einzelne Personengruppen so zu verurteilen und gar nicht erst eine differenzierte Sichtweise zu versuchen trägt nur zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei, und das ist einfach traurig. Insofern hat Frau Seifert recht, dass in unserer Gesellschaft etwas schiefläuft, allerdings trägt sie mit einem solchen Statement selbst erheblich dazu bei.

Nur weil auf einzelnen Wanderwegen, welche im Übrigen für Mountainbiker zugelassen waren, schon hochgefährliche „Fallen“ wie Nagelbretter oder Drahtschlingen gefunden wurden, sind ja auch nicht alle Wanderer Fallensteller. Den Wald erlebbar zu machen heißt eben auch, ihn für alle erlebbar zu machen und nicht, einzelne Gesellschaftsgruppen auszuschließen. Deshalb ist eine gegenseitige Rücksichtnahme immer erforderlich und sollte oberste Priorität haben. Gerne bin ich und auch viele andere Mountainbiker bereit zum Erhalt des Wegenetzes beizutragen, um so auch mögliche Konfliktpunkte zu erkennen und geeignet zu entschärfen. Ein nicht unerheblicher Teil der Abkürzungen auf Wanderwegen ist tatsächlich auch auf Wanderer zurückzuführen, die lieber die direkte Falllinie laufen, statt sich an den vorgeschriebenen Kurvenverlauf zu halten. Für Mountainbiker ist der Großteil dieser Abkürzungen sowieso ungeeignet.

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