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Leserbriefe

Rentner oder Pensionäre

04.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helga Lorch, Köngen. Zum Leserbrief „Beamtenpension hat eine Doppelfunktion“ vom 28. August. Den oberflächlichen Ausführungen zur Abwicklung von Lohn- und Gehaltsbezügen von Arbeitnehmern aus der Industrie muss ich widersprechen. Die Abrechnung eines monatlichen Lohn- und Gehaltsbezuges im Personalbüro eines Unternehmens geht so: Aus dem Brutto-Lohn/-Gehalt eines Arbeitnehmers (AN) wird tabellarisch der Sozialversicherungsbeitrag ermittelt. Dieser setzt sich aus drei Sparten zusammen: Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag, die insgesamt an die für den Betriebssitz zuständige Sozialkasse abzuführen sind.

Bei der Errechnung des jeweiligen Sozialversicherungsbeitrages eines AN gibt es keinen Freibetrag, wohl aber eine festgesetzte Beitragsobergrenze zur Beitragszahlung eines AN. Das diese Grenze übersteigende Bruttogehalt des Arbeitnehmers bleibt in diesem Fall beitragsfrei. In diesen Genuss kommen aber nur wenige AN. Meist die, die zu den Führungskräften eines Unternehmens zählen, also nur die Kaufleute, nicht die Lohnempfänger. Die Gesamtsumme der abzuführenden monatlichen Zahlungsleistungen des Unternehmens setzt sich aus zwei Hälften zusammen, die eine Hälfte des Arbeitnehmers und die andere Hälfte des Arbeitgebers zu gleichen Anteilen. Ergo ist es so, dass die Beitragszahlungen eines Unternehmens an die Sozialversicherungskasse in Doppelfunktion geleistet werden müssen, gemäß Sozialgesetzbuch.

Der Clou beim Rentenbezug aus dieser Kasse ist der, dass bei in diese Kasse geflossenen Beitragszahlungen eines Unternehmens Doppelbeiträge eingezahlt wurden, beim Rentenbezug die Zahlungsleistung vom Brutto-Lohn/-Gehalt aus den Beiträgen des AN seines gesamten Arbeitslebens, also Betriebszugehörigkeit, errechnet werden. Außerdem gibt es seit circa 30 Jahren keine Betriebsrenten oder sonstigen Zulagen mehr.

Das Renteneintrittsalter eines Antragstellers ist nach wie vor auf 60, 63 und 65 Jahre festgesetzt. Beim vorgezogenen Rentenbezug mit 60 Jahren muss der Rentner einen prozentualen Abschlag in Kauf nehmen, so lange er seine Rente beziehen wird.

Scharf nachgedacht heißt dies, dass die zwei Beitragshälften des Unternehmens an die Sozialkasse nur teilweise an den Rentner zurückfließen. Der einbehaltene prozentuale Abschlag des AN bei der Auszahlung seines Rentenbezugs verbleibt in der Sozialversicherungskasse. Eine Schieflage zugunsten der Sozialkasse.

Der Unterschied beim regulären Eintrittsalter zum derzeitigen Zeitpunkt in den Ruhestand zum Bezug von Beamtenpensionen mit 60 Jahren: Letzterer ermittelt sich anders, nämlich nach dem letzten Gehalt. Allerdings hat es der Staat verschlafen, Rückstellungen für Beamtenpensionszahlungen zu bilden, die einen erheblichen Teil der Staatsausgaben darstellen.

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Nawalny und das russische Volk

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der besondere Blick auf Putin“ vom 11. Januar. Ei, was ist er doch für ein Tausendsassa, der „gute Russe Nawalny“. Russische „Gönner“ bezahlen seine Behandlung in Berlin. Welcher Art die wohl sind? 30 000 Dollar investiert er (woher kommt das…

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