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Leserbriefe

Rentner-Klagen

13.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Sie sind wieder in vollem Gange, die Diskussionen zu Diätenerhöhung und die Forderungen der Gewerkschaften nach mehr Lohn. Es gibt sicher viele Arbeiten, die unterbezahlt sind, aber müssen die Forderungen gleich dermaßen überzogen werden, wie das bei der Bahn und im öffentlichen Dienst der Fall ist?

Von den Diätenerhöhungen ganz zu schweigen, die soll ja höher ausfallen, als ein Großteil der Ruheständler an Rente bekommt. Bei einer prozentualen Erhöhung der Löhne wird doch die Schere der unteren zu den oberen Lohngruppen immer mehr auseinanderdriften: Diejenigen, die vorher gut verdient haben, werden wieder ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Es darf doch keiner glauben, dass diese Erhöhung von den Arbeitgebern getragen wird, vielmehr werden wir umgehend mit einem saftigen Preisanstieg rechnen müssen.

Am Ende müssen die Arbeitnehmer und Verbraucher einen weiteren Kaufkraftverlust hinnehmen. Ganz besonders trifft jede Teuerung die Rentner, denen man im vergangenen Jahr nach den Nullrunden der Vorjahre grade mal 0,54 Prozent Erhöhung zugestanden hat, und nun sind erneut nur 0,5 Prozent für dieses Jahr im Gespräch.

Bis zur Wende waren die Rentenkassen gut gefüllt und auch die Krankenkassen hatten keine Probleme. Niemals hätte man damals die Rentenkassen derart belasten dürfen, vielmehr wären diese Zahlungen von der Allgemeinheit, sprich dem Staat, zu tragen gewesen, aber das wurde damals von der Politik so entschieden, zu unserem Unglück.

Meiner Meinung nach ist es zwingend notwendig, die Lohnnebenkosten und viele Steuern zu senken, um den Teuerungen entgegenzuwirken, dann würden endlich auch die Kleinverdiener und Rentner davon profitieren.

Die meisten der jetzigen Rentnergeneration haben es gelernt, den Gürtel eng geschnallt zu tragen, wir haben sparen gelernt und haben nicht ständig nach dem Staat geschrien. Wir haben zugepackt und gearbeitet. Damals gab es eine 48-Stunden-Woche und zwölf Urlaubstage, wobei der Samstag ein Arbeitstag war und angerechnet wurde. Wir haben unsere Kinder ohne Erziehungsgeld und Betreuungsstätten großgezogen und die Ausbildung und das Studium der Kinder ohne Bafög ermöglicht.

Es ist tröstlich, dass die heute Jungen auch mal ins Rentenalter kommen und sich dann mit Generationenproblem und Rentenformel auseinandersetzen müssen.

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