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Regional vor Ort für Weihnachten einkaufen

19.11.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thilo Tschersich, Beuren. Eigentlich habe ich beruflich mit Obst zu tun. Nun aber aus der Notwendigkeit der Lage heraus mit Covid-Fällen. Wenn ich Menschen anrufe, um ihnen den Befund mitzuteilen oder sie als Kontaktpersonen in Quarantäne zu schicken, erlebe ich in 99 Prozent der Fälle freundliche und dankbare Kooperation. Das bedeutet, dass die Covid-Leugner, wenn sie denn selber erkranken, selber schnell bemerken, dass das kein Spaß und keine Erfindung ist. Sondern echt und jetzt.

Also erledigt sich der herrschende wirre Aufruhr bald von selbst, wenn sich weiterhin zu viele zu wenig um ihre Gesundheit bemühen und alle Leugner das Virus mal abkriegen. Der Aha-Effekt trifft manchmal also spät ein. Und wo sind die nun aktiven Anti-Corona-Auflagen-Demonstranten eigentlich im normalen Alltag gewesen? Aktiv in den Vereinen nach meinem Eindruck nicht.

Nun bringt uns das alles aber einem vollen Lockdown näher. Und der stellt uns dann vor die krasseste Herausforderung der Pandemie, was die Zukunftsgestaltung angeht: wenn alle fein bei Amazon und Co kaufen, dann nämlich gehört denen bald wirklich das allermeiste Geld der Welt. Also bringt uns die Weihnachtszeit, in der immense Summen Geld bewegt werden, auch eine immense Machtposition: wir entscheiden mit unseren Käufen und unserem Geld, welche Läden, welche Vereine, welche Produzenten es bald noch geben wird.

Klar ist, dass bei einem vollen Lockdown im Dezember der einfachste Weg im Online-Shopping zu den bedienfreundlichen Online-Shops führen kann. Aber mit ein paar Ideen finden wir sicher auch Geschenke gleich naheliegend oder mit einem ideellen Wert, der uns freuen lässt auf die Zeit nach Beschränkungen: Gutscheine für Badegenüsse, eine Mitgliedschaft im Verein, edle Produkte aus den Streuobstwiesen oder Essenseinladungen mit den Speisen des Lieblingslokals. Ich merke selber: das wird sicher auch knifflig, kann aber doppelt Spaß machen, schönes Schenken und gute Gewissen. Firmen, die keine Steuern zahlen, sollen einfach nicht die größten Gewinner in dieser Situation sein!

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