Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

15.12.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Wildschweine gesucht“ vom 1. Dezember. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich viele Gemeinderäte in Wolfschlugen des Themas Waldgebiet Sauhag annehmen und gegenüber der Forstverwaltung auch mal klare Kante zeigen. Es kann ja nicht verwundern, dass sich der Tierbestand in diesem Areal dramatisch mindert, wenn alle 50 Meter Rückegassen für massive Baumfällarbeiten geschlagen werden und somit dem Wild keine Rückzugsmöglichkeit mehr geboten wird.

Der Sauhag ist in den letzten Jahren mit einer ausufernden Wegeerstellung zur Holzabfuhr, zerstückelt, zerhackt und fast schon ruiniert worden. Ich kenne kein weiteres Waldgebiet im Landkreis Esslingen, das sich so drastisch unter dem intensiven Holzeinschlag gewandelt hat. Die Profitmaximierung, die auch Gemeinderat Karl Münzinger in seinen Ausführungen mit ins Spiel bringt, scheint in diesem kleinen Waldgebiet tatsächlich an allererster Stelle zu stehen.

Amtsleiter Watzek verfolgt nach Gutsherrenart offenbar seine eigenen Ziele und mit dem Satz „Vielleicht sind die Tiere rechtzeitig abgehauen“ hat er sich mit seiner Einschätzung zum kläglichen Ergebnis der Drückjagd selbst diskreditiert. Das Waldgebiet Sauhag ist tatsächlich eine Insel, wie es Gemeinderätin Wiesmann richtig beschrieb. Er ist für viele Bürger ein wichtiges Naherholungsgebiet, das entsprechend geschützt werden sollte.

Genau aus diesem Grund muss er natürlich auch eine Insel für einen angemessenen Wildbestand sein. Es bleibt wirklich stark zu hoffen, dass sich der Gemeinderat zusammen mit Bürgermeister Ruckh in Zukunft intensivere Gedanken um eine mehr ökologische und extensive Nutzung des Sauhags macht. Das Waldgebiet hat meiner Meinung nach, in den letzten Jahren allzu sehr, unter der profitorientierten Forstwirtschaft gelitten.

Leserbriefe

Die Autobahn als Schneckenpfad

Wolfgang Niefanger, Oberboihingen. Zum Artikel „Kretschmann fordert Tempo 130 auf Autobahnen“ vom 9. Oktober. Der Vergleich unseres Ministerpräsidenten ist sicherlich provokant von ihm so gewählt, möchte er doch damit suggerieren, jenseits von 130 Stundenkilometern wird der Autofahrer zum…

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