Leserbriefe

Probleme bergen auch Chancen

16.03.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martina Stonjeck, Frickenhausen. Zum Artikel „Spargel- und Erdbeerfelder schrumpfen“ vom 11. März. Im letzten Sommer habe ich schon einmal zum Thema Erntehelfer einen Leserbrief geschrieben. Viel Zeit ist vergangen und die Politik, die Landwirte und deren Verbände haben immer noch nicht realisiert, dass Helfer direkt vor ihrer Haustür rekrutiert werden könnten. Ich denke da an die seit mehr als vier Jahren in Frickenhausen lebenden gambischen Flüchtlinge. Viele von ihnen haben mittlerweile eine Duldung und damit ein Arbeitsverbot. Aber ist das sinnvoll? Macht die Politik damit nicht einen riesigen Fehler? Wenn Landwirte und deren Verbände von der Politik fordern würden, dass das Arbeitsverbot für Helfer- und Saisonjobs gelockert oder abgeschafft und die Arbeitserlaubnis zeitnah erteilt würde, wäre beiden Seiten geholfen.

Es werden eben in Deutschland nicht nur Fachkräfte benötigt, wie dieser Artikel wieder einmal deutlich macht. Viele Gambier kommen aus der Landwirtschaft, die meisten haben mittlerweile gute Deutschkenntnisse und da sie in der näheren Umgebung zu den Spargel-/Erdbeerfeldern (Nürtingen oder Raidwangen) wohnen, benötigen sie keine Unterkünfte und Aufenthaltsräume bei den Bauern, wodurch der Kostendruck für diese gemindert wird. Viele Gambier sind durchaus arbeitswillig, körperlich belastbar und bereit, auch harte Arbeit zu verrichten. In ihnen steckt ein ungenutztes Potenzial.

Ihr Alltag bekäme durch einen Job wieder eine Struktur und die Gefahr, durch Perspektivlosigkeit und Frustration möglicherweise in die Illegalität abzudriften, würde geschmälert. Außerdem könnten sie all das, was sie hier lernen, vielleicht nach ihrer Rückkehr umsetzen und dadurch die Not in ihrem Heimatland mindern und eine von vielen Fluchtursachen direkt bekämpfen.

Ich denke, bei einem Saisonarbeiter könnte der Arbeitgeber das Risiko einer durchaus möglichen Abschiebung, von der niemand weiß, wann und ob sie kommt, eingehen. Er hat doch in diesen Helfer, im Vergleich zum jahrelang ausgebildeten Facharbeiter, nichts investiert. Wann erkennen Arbeitgeber, Politiker und Ämter endlich, dass Probleme auch Chancen bergen und dass man im großen Stil Kosten vom Steuerzahler abwenden könnte, ließe man die Flüchtlinge für ihren Unterhalt arbeiten und in unser Sozialsystem einzahlen, solange sie hier sind.

Leserbriefe

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