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Politik ist ein starkes Bohren dicker Bretter

06.11.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zu den Leserbriefen „Die Energiepreise steigen ins Uferlose“ und „CO2-Abkommen und Energiepreise“ vom 22. Oktober.

Wenn Klimaleugner über Bande spielen, dies war mein Gedanke als ich die Statements las. Aber fassen wir zusammen, was bisher passiert ist. Zunächst sprachen die Wähler und dezimierten die blauen Klimaleugner vom rechten Rand erheblich. Ganz im Gegenteil zu uns Grünen, die wir nun, nach dem größten Stimmenzuwachs, deutlich mehr Verantwortung tragen.

Den im Karbon, der Kohlezeit Verharrenden von gestern mag das passen oder auch nicht, so funktioniert Demokratie. Schauen wir auf die Realität, hier haben sich die drei Parteien mit Stimmzuwachs nun vereinbart, eine Ampelkoalition zu bilden. Ein ökologisch-sozialliberales Bündnis, das, unter anderem, die Dekarbonisierung vorantreibt. Ohne Kohle und Uran, dafür mit regenerativer Energie, so sieht die Zukunft aus!

Dass dies in sozialer Verantwortung geschehen muss ist klar. Wie es passieren kann, dazu reicht ein Blick ins grüne Wahlprogramm. „Damit Klimaschutz sozial gerecht ist, wollen wir die Einnahmen aus dem CO2-Preis direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben: Erstens wird die EEG-Umlage gesenkt, das entlastet Bürger. Zweitens bekommen sie ein Energiegeld.“

Letztlich scheitert das Spiel über die rechte Bande in einer Demokratie immer an den Wählern, die Parteien vertrauen, die ihre Ziele auch nachhaltig verfolgen. So war es die rot-grüne Regierung mit dem grünen Umweltminister Trittin, die im Jahr 2000 den Atomkonsens verhandelte und damit dafür sorgte, dass spätestens am 31. Dezember 2022 die AKW Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland vom Netz gehen und damit die AKW-Zeit endet.

Politik ist eben ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich, wie Max Weber schon 1919 feststellte und kein Dreschen rechter Phrasen!

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