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Leserbriefe

Parteienideologie und Profilierungssucht

13.02.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Hiemer, Neckartailfingen. Zum Artikel „Impfterminvergabe sorgt für Frust und Ärger“ vom 20. Januar. Wir Deutschen gelten als Organisationsweltmeister. Die Politik allerdings muss da ausgeklammert werden. Das Impfen gerät nämlich zum Desaster und zu den über 60 000 Toten werden viele weitere hinzukommen. Von den wirtschaftlichen Schäden ganz zu schweigen. Während der Polit-Clown Johnson impfen lässt, was die Nadeln hergeben, sitzt das Entwicklungsland des Serums quasi auf dem Trockenen. 1:0 für den Brexit.

In ihrem EU-Wahn hat die Kanzlerin bestimmt, die Bestellungen der Impfdosen in die Hände von Brüssel und da einer Dame aus Zypern zu legen. Um nicht der Diskriminierung bezichtigt zu werden: Ich habe nichts gegen Zyprioten. Dass allerdings jemand aus einem der kleinsten EU-Länder diese Mammutaufgabe stemmen soll, ist abenteuerlich. Produktionsprobleme und das Terminvergabechaos verschärfen die Lage ebenso, wie dass Daten- und Patentschutz manchem wichtiger sind als Leben. Wer selbst in der Familie von Corona betroffen ist, versteht die Welt nicht mehr.

Erschwerend kommt der beginnende Wahlkampf hinzu. Die Streitigkeiten zwischen Eisenmann (CDU) und Lucha (Grüne) etwa lassen Schlimmes erahnen. Wie es geht, zeigen der in seiner Partei nicht mehr sonderlich gelittene Boris Palmer und die Eisenmann-Freundin Lisa Federle in Tübingen. Seltsam, dass anderswo deren erfolgreiche Maßnahmen nicht übernommen werden. Es lebe die Parteienideologie und Profilierungssucht. Dazu Merkel wohlwollend: „Bis Ende des Sommers wird jeder ein Impfangebot haben“. Vielen Dank!

Und dann kippt die Justiz auch noch das Nachtausgangsverbot just zum Höhepunkt der Fasnet. Allem setzt es die Krone auf, dass die gerichtlich genehmigten Querdenker-Demos im November 21 000 Infizierte nach sich gezogen haben sollen. So werden wir dem Virus niemals Herr werden. Entschuldigen möchte ich mich vorab bei Frau Pfuderer, sollte dieser Beitrag, wie von ihr am 6. Februar im Leserbrief „Verkehrspolitik wandelt sich“ gewünscht, keine geschlechtergerechte Sprache beinhalten. Das peinliche Gender-Gehabe darf sie selbst gerne praktizieren, soll aber andere damit verschonen.

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