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Palmer und seine Äußerungen zu Aogo

18.05.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Simon Kromer, Wendlingen. Zu den Artikeln „Konsequent“, „Palmer, der Unerwünschte – Grüne ziehen Reißleine“ vom 10. Mai und „Stillosigkeit als Prinzip“ vom 12. Mai. Kretschmanns Meinung, dass es eines Oberbürgermeisters unwürdig sei, sich in die rassistischen Abgründe des Internets auch nur in ironischer Absicht zu verirren und so zu provozieren, kann ich ja zumindest noch nachvollziehen. Was ich gar nicht mehr verstehe, ist die Causa Palmer sachlich falsch wiederzugeben, wie das in dem Kommentar „Konsequent“ geschieht. Denn der Tübinger Oberbürgermeister zitiert ja eben kein vermeintliches Zitat von Aogo selbst, sondern das tatsächliche eines Fake-Accounts, der vorgibt einmal von Aogo angesprochen worden zu sein. In dem Zusammenhang versucht dieser Fake-Account, dem Fußballspieler mit haltlosen Unterstellungen Rassismus unterzuschieben.

Palmer hat diese in eindeutig ironischer Absicht wiedergegeben, um zu demonstrieren, was für abstruse Beschuldigungen im Internet herumgeistern. Wenn es in „Konsequent“ also heißt, dass es noch schlimmer sei, wenn Palmer wusste, dass es ein Fake war, ergibt das überhaupt keinen Sinn mehr. Denn ob man nun einen echten oder einen verdeckt agierenden Rassisten ironisch angreift, macht eine Äußerung ja nicht skandalöser oder weniger skandalös. Selbst wenn Palmer es nicht ironisch gemeint hätte, wäre eine rassistische Anschuldigung nicht schlimmer, weil sie von einem Fake-Account statt einem klar identifizierbaren übernommen wird.

Auch in dem ausführlichen Bericht ein paar Seiten später wurde dieses wichtige Detail vernachlässigt. Da frage ich mich natürlich – vor allem da dieser Fall einige Gemüter nicht nur bei den Grünen, sondern auch bei Journalisten offensichtlich so hochrot färbt, dass ein paar Tage später ein weiterer Redakteur sich genötigt fühlt, neben den vermeintlichen verbalen Entgleisungen auch noch Boris Palmers Kleidungsstil in „Stillosigkeit als Prinzip“ einer vernichtenden und teilweise sehr persönlichen Kritik zu unterziehen. Warum werden wir nicht ausführlich genug über die Zusammenhänge dieses Falls informiert, um uns selbst ein Bild zu machen? Denn ich mag ehrlich gesagt nicht am Stuhl eines Oberbürgermeisters sägen, ohne klar und eindeutig zu wissen, warum das jetzt sein muss.

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