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Organspende: Was bedeutet es wirklich?

15.11.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rosemarie Körner, Nürtingen. Organspende – niemals! Eine provokante Überschrift, aber wer weiß wirklich, was es bedeuten würde, wenn ihre Organe entnommen werden? Zurzeit wird über gesetzliche Regelungen diskutiert, die Organspende anders zu regeln. Ich kann von einem persönlichen Erlebnis zum Thema Hirntod berichten, mein Ehemann hatte nach einer Operation und einem Zwischenfall einen Herzstillstand von über 30 Minuten, wurde aber wiederbelebt. Angeschlossen an die Herz-Lungen-Maschine sah er sehr lebendig aus. Nach circa einer Woche wurde er mehrfach getestet und dann als hirntot bezeichnet, ohne Hoffnung auf Änderung. Ich wurde immer wieder gefragt, ob die Beatmung nicht abgestellt werden soll, um ihn in Ruhe sterben zu lassen. Aber er ist wieder aufgewacht und konnte berichten, was er während dieser Zeit des Hirntodes erlebt und gefühlt hat. Das war zum Beispiel eine zweite Operation, die ohne Narkose gemacht wurde. Ein Arzt hat mir das bestätigt, er sei ja hirntot gewesen und somit ohne Schmerzen.

Wäre er transplantiert worden, hätte er dies auch alles mitbekommen. Und danach wäre er wirklich tot gewesen. Die Initiative KAO hat Berichte von Eltern gesammelt, die ihre Kinder zur Organentnahme freigegeben haben und es ist schlimm, wie sie das an den Resten, die von ihren Kindern übrig waren, erlebt haben.

Dass bei Organentnahmen Schmerzreaktionen bei Patienten sichtbar sind, erleben auch die beteiligten Ärzte und das Pflegepersonal. Deshalb wird häufig eine Narkose gegeben zur Explantation. Für manche Ärzte und Pflegekräfte ist das eine schlimme Erfahrung, man beruhigt sich damit, die „Lebenszeichen“ seien nur Reflexe.

Heute und in Zukunft werden die Angehörigen nach wenigen Tagen vor die Frage gestellt, Organspende oder abschalten der Lebensverlängerung. Das heißt dann, dass für eine Verlängerung der künstlichen Beatmung und aller anderen Maßnahmen die Krankenkasse als Kostenträger ausfällt, ab da ist der Patient dann Privatpatient und das kann sich niemand leisten.

Für mich wäre es eine Sache der Menschlichkeit, bei tiefer Bewusstlosigkeit ebenso wie bei Herzstillstand eine intensive Wiederbelebung durchzuführen, einige Tage abzuwarten und dann erst von einem Tod zu sprechen.

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