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Leserbriefe

Open-Air-Fest der Tiefbahnhofgegner

17.07.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eckhard Finckh, Nürtingen. Zum Artikel „Tiefbahnhofgegner machen Druck“ vom 12. Juli. Der gerade mal 30 Zeilen lange Artikel von Götz Schultheiss gibt nur einen ungenauen Eindruck von der eindrucksvollen Großdemo. Einer der dazugehörigen Sternmärsche führte zwar über den Bahnhofsvorplatz, doch das Zentrum der Veranstaltung war der Schlossgarten. Dort bot sich mit großer Showbühne und den Tausenden gut gelaunten Menschen, hingelagert im Schatten der ehrwürdigen Platanen, ein buntes Bild, das echten Großstadtcharakter hatte und keinen Vergleich mit Central Park New York scheuen musste.

Hier wurde gezeigt, welche Lebensqualität in dieser grünen Lunge Stuttgarts vorhanden ist. Unvorstellbar der Verlust, wenn der Tausch gegen eine Betonfläche mit Glubschaugen erfolgen sollte. Festivalstandard hatten die Darbietungen, sei es wohldosierte Klassik von Professoren der Stuttgarter Musikhochschule, sei es der Funk-Jazz von einer Formation mit internationalem Format, sei es ein K21-Rap, der für den Kopfbahnhof warb. Und neben Reden mit eher politischem Charakter gab es auch literarische Highlights. Walter Sittler überzeugte mit seiner Warnung vor den gigantomanischen „Kannibalen“ hinter dem ganzen Großprojekt. Der Krimi-Autor Wolfgang Schorlau blickte mit einem launigen Text in die Zukunft, wo nach 25 Jahren erfolgloser S21-Projektfortführung sein Privatermittler Dengler von der Landesregierung den Auftrag bekommt, die „Verursacher“ als Schuldige aufzuspüren, um sie vor Gericht zu bringen.

Über zwei Stunden packendes und unterhaltendes Programm hatten die Veranstalter zusammengestellt. Klar wurde, dass der Schlossgarten bereits zu einem Widerstands-Symbol geworden ist. Und noch wichtiger: dass S21 nicht nur eine Stuttgarter Angelegenheit ist, sondern dass die Region und weitere Teile des Landes allmählich aufwachen und sowohl die vielen Ungereimtheiten (Stichwort S-Bahn-Takt) im Projekt als auch weitreichende durch das Projekt entstehende Nachteile ( Stichwort Sparzwänge) entdecken.

Leserbriefe

Demokratie und Corona-Tests

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Pandemie fast ohne Parlament“ vom 20. Oktober. In dem Artikel wird auch das exakte Datum der freiwilligen Entmachtung der Volksvertreter genannt – Zitat: „Gesetz . . . das der Bundestag am 25. März beschlossen hat.“ Also im März 2020, als die…

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