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Ohne Geld kann man nicht bauen

23.02.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, NT-Oberensingen. Zum Artikel „S-21-Sprecher rüffelt Bahn-Aufsichtsrat“ vom 16. Februar. Es ist einfach unglaublich: Die Bahn will weiterhin so tun, als ob nichts geschehen wäre, obwohl inzwischen sogar die Spatzen in Berlin von den Dächern pfeifen, dass das Geld ausgeht. Da wird behauptet, dass man einen Bau-Auftrag habe oder eine Bau-Verpflichtung und deshalb sollen weiterhin Bäume gefällt werden sowie weitere Vorbereitungen für die Tunnelbauten laufen. Aber ohne Geld kann man nicht bauen.

Jetzt muss Bahnvorstand Volker Kefer im Auftrag des Aufsichtsrates versuchen, aufgrund der sogenannten „Sprechklausel“ die Landesregierung und die Stadt Stuttgart zu überreden, dass die sich doch mit zusätzlichen Geldern an den errechneten Mehrkosten beteiligen. Und das, nachdem die Bahn bisher schon von Anfang an getrickst und gelogen hat, nicht nur bezüglich der Kosten, sondern auch hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des geplanten U-Bahnhofs. Und bei den zuletzt genannten Kosten wird es sicher nicht bleiben.

Intern werden bereits jetzt Kosten von über zehn Milliarden genannt. Im Übrigen haben Dr. Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnisses, und der ehemalige Vorsitzende Richter am Landgericht Stuttgart Dieter Reicherter die Bahnvorstände Rüdiger Grube und Volker Kefer wegen Betrug und Untreue bei der Staatsanwaltschaft Berlin angezeigt. Unverständlich ist und bleibt allerdings, warum unsere grün-rote Landesregierung nicht bereits beim sogenannten „Stresstest“ der Bahn die Offenlegung der Ergebnisse verlangt hat, nachdem behauptet wurde, dass dieser erfolgreich verlaufen sei. Nach wie vor können die Gegner des Projekts nachweisen, dass das Projekt S 21 einen Rückbau von Kapazität bedeutet und schon deshalb illegal ist. Da wird weiterhin viel Geld ausgegeben für eine Aussichtsplattform im Schlossgarten, wo man derzeit nur Verwüstungen sieht, sowie für eine modernisierte Ausstellung im Bahnhofsturm, um weiterhin gut Wetter zu machen für das Milliardengrab. Das brauchen wir nicht !

Das Einzige, was wir jetzt brauchen, ist ein sofortiger Baustopp, Beendigung des Projekts S 21 und Renovierung und Ertüchtigung des Bonatz-Bahnhofs, für das die Architekten für K 21, die Ingenieure 22 und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 schon viele sehr gute Vorschläge gemacht haben, damit dieser wieder wie vor dem Umbau des Gleisvorfeldes der pünktlichste Bahnhof Deutschlands wird. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auch dem bis heute anhaltenden Widerstand der Projektgegner zu verdanken, die jetzt schon jahrelang bei jedem Wetter aus allen Teilen des Landes zu den Demonstrationen nach Stuttgart gekommen sind. Und wir hören auch nicht auf, bis das unglückselige Projekt S 21 endlich begraben ist. Die nächste Kundgebung ist am Samstag, 23. Februar, um 13.30 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

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