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Nur Spitzenrentner werden geschützt

18.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen, REP-Stadtrat. Zum Artikel „Südwesten stützt Rentenkasse“ vom 13. August. Die ausführliche Tabelle mit 26 Vergleichszahlen zeigt uns, dass Männer im Südwesten durchschnittlich 300 Euro mehr verdienen als im Bundesgebiet und deshalb entsprechend höhere Rentenbeiträge leisten, die ihnen höhere Rentenansprüche sichern. Da sich die Verdienste bei Frauen kaum unterscheiden, relativieren sich diese Zahlen und die Gegenüberstellung einer Kostentabelle würde uns die statistische Besserstellung sehr schnell wieder verderben. Nachdem sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu unserem Nachteil verschiebt und die Zahl der Arbeitslosen bei Älteren über 55 bereits heute um 1,2 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt, darf man sich in Baden-Württemberg nicht zurücklehnen und muss sich, angesichts der Diskussion über eine Anhebung des Rentenalters auf 67 oder 70, auch über die Einstellungsbegrenzung der Kommunen für über 50-Jährige Gedanken machen. Wenn der männliche Rentner bei uns im Schnitt rund 1055 Euro monatlich und eine Rentnerin 520 Euro erhält, also nicht die Hälfte davon, dann zeigt das zwar, dass die Gleichstellung der Frau noch lange nicht im Rentenalter angelangt ist.

Es zeigt aber auch, dass Durchschnittswerte weder als verlässliche soziale noch als reale Maßeinheiten taugen. Sie taugen so wenig für die Darstellung der Altersversorgung wie eine Hand im Feuer und die andere im Eisfach für eine erträgliche Körpertemperatur. Solange die Rentenanpassung prozentual erfolgt, also Minirentenbezieherinnen unter 500 Euro, bei ein Prozent Anpassung, gerade 5 Euro dazubekommen, Rentner mit 5000 Euro aber 50 Euro monatlich mehr erhalten, kann man wohl kaum von sozialer Gerechtigkeit bei unserem Rentensystem reden. Selbst wenn wir höhere Ausgangsrenten, erarbeitet durch höhere Beitragsleistung und längere Beitragszeiten, neidlos anerkennen, stellt sich die Frage, welche Leistung einer zehnfach höheren „Anpassung“ an die prozentual erhöhten Löhne (ein Widerspruch in sich) zugrunde liegt. Und warum vor allem die Spitzenrentner, durch die Rentengarantie, vor einer hochprozentigen Rentenkürzung geschützt werden müssen, obwohl es sie kaum schmerzen würde, die Rentenschere aber weiter aufreißt. Seit Einstein wissen wir: „Entscheidend ist die Relation“! Jedoch unser Rentensystem kennt scheinbar noch nicht einmal Adam Riese.

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