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Notfallpraxis ist ein Zuschussbetrieb

14.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. med. Jan Fitzner, Wendlingen. Durch die Veränderungen im Gesundheitssystem werden Patienten finanziell heute stark belastet. Trotz steigender Beiträge muss immer mehr selbst bezahlt werden und nur wenige, ich selbst kenne keinen, wissen wirklich, wo das ganze Geld abgeblieben ist. Wohl aber kenne ich Patienten, die sich manches Medikament in der Apotheke nicht mehr abholen, weil sie es sich nicht leisten können.

Nicht als Klage, aber als eine vielleicht doch nicht ganz selbstverständliche Information möchte ich an dieser Stelle schreiben, dass die Einsparungen und Kürzungen auch bei der Ärzteschaft zu einer erstaunlichen Entwicklung geführt haben. Wenn die Ärztinnen und Ärzte im Einzugsbereich des Krankenhauses Kirchheim durch das Bereitstellen und Aufrechterhalten der Notfallpraxis die Gesundheitsversorgung unserer Patienten auch am Wochenende gewährleisten, so sind dies keine sich lohnenden bezahlten Überstunden mehr. Denn die Notfallpraxis ist zu einem Zuschussbetrieb geworden.

Im Jahr 2010 hat die Ärzteschaft um Kirchheim herum ein Defizit von exakt 97 136,40 Euro aus eigener Tasche ausgeglichen. Dies war nötig, weil das Geld, das die Krankenkassen bezahlen, für Löhne, Gehälter, Mieten und was so alles an Betriebskosten anfällt, nicht mehr ausreicht. Jeder privatwirtschaftlich Kalkulierende hätte die Notfallpraxis schon lange wegen mangelnder Rentabilität geschlossen. Weil wir die Praxis aber als ärztlich richtig und wichtig betrachten, stellen wir den Betrieb nicht ein, sondern bezahlen gemeinschaftlich fast 100 000 Euro dafür, dass Patienten durch Ärzte behandelt werden können.

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